Kanadischer Judasbaum – Cercis canadensis ‘Eternal Flame’

Wissenswertes über die Pflanze

Der Judasbaum ‘Eternal Flame’ fällt vor allem durch sein wechselndes Farbspiel auf. Während der Austrieb zunächst purpurrot erscheint, verändern sich die herzförmigen Blätter im Laufe der Wachstumszeit über rote und bronzefarbene Nuancen bis zu Gelbgrün. Da sich nicht alle Blätter gleichzeitig entwickeln, können mehrere Farben nebeneinander sichtbar sein.

Im Frühjahr ergänzen rosa- bis purpurfarbene Blüten das Erscheinungsbild. Sie sitzen in kleinen Büscheln unmittelbar an älteren Zweigen und Ästen. Mit seinem locker verzweigten und leicht überhängenden Wuchs eignet sich der Judasbaum besonders als Solitär.

Der botanische Name der Sorte lautet Cercis canadensis ‘NC2016-2’. Eternal Flame® ist eine Handelsbezeichnung dieser auffälligen Züchtung. In anderen Märkten kann dieselbe Sorte unter einem abweichenden Handelsnamen angeboten werden.

Ausgewachsen kann der Baum ungefähr 4,5 bis 6 Meter hoch und 3 bis 4,5 Meter breit werden. Wie groß er tatsächlich wird, hängt vom Standort, vom Boden, vom regionalen Klima und von den durchgeführten Schnittmaßnahmen ab.

Die Blüte erscheint je nach Witterung ungefähr im April oder Mai. Die Blüten können bereits vor dem vollständigen Laubaustrieb sichtbar werden. Sie werden von Bienen und anderen blütenbesuchenden Insekten angeflogen und stellen während der Blüte Nektar und Pollen bereit. Nach der Blüte können sich flache Hülsenfrüchte entwickeln, wobei der Fruchtansatz von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich ausfallen kann.

Pflegeanleitung

Einpflanzen im Beet

Wähle einen sonnigen bis halbschattigen und möglichst windgeschützten Standort. Das Pflanzloch sollte deutlich breiter als der Wurzelballen sein. Lockere verdichteten Boden gründlich auf und verbessere schwere Erde bei Bedarf mit mineralischem, strukturstabilem Material.

Setze den Wurzelballen so ein, dass seine Oberkante ungefähr mit dem umgebenden Boden abschließt. Fülle das Pflanzloch mit dem Aushub, drücke die Erde vorsichtig an und gieße die Pflanze anschließend gründlich.

Judasbäume reagieren empfindlich auf stärkere Eingriffe im Wurzelbereich. Der Standort sollte deshalb von Anfang an so gewählt werden, dass ein späteres Umpflanzen möglichst nicht erforderlich ist.

Umtopfen

In jungen Jahren kann der Judasbaum in einem ausreichend großen Kübel kultiviert werden. Das Gefäß benötigt mehrere freie Abzugslöcher und sollte wegen der späteren Größe der Pflanze standfest sein.

Topfe den Baum um, wenn der vorhandene Kübel stark durchwurzelt ist oder Wasser nur noch langsam aufgenommen wird. Wähle ein Gefäß, das nur einige Zentimeter größer als der bisherige Topf ist. Zu große Mengen dauerhaft feuchter Erde können die Entstehung von Staunässe begünstigen.

Verwende eine strukturstabile Kübelpflanzenerde und achte darauf, den Wurzelballen beim Umtopfen möglichst wenig zu beschädigen. Mit zunehmender Größe ist ein geschützter Platz im Garten für die dauerhafte Kultur meist besser geeignet als ein Kübel.

Pflegehinweise

Standort

Ein heller Standort unterstützt die Ausbildung der unterschiedlichen Blattfarben. In voller Sonne kann das Farbspiel besonders deutlich erscheinen. An sehr heißen, reflektierenden Standorten muss jedoch auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden.

Ein geschützter Platz ist empfehlenswert, da starke Winde Zweige beschädigen und den Boden schneller austrocknen können.

Boden

Der Boden sollte humos, mäßig nährstoffreich und gut durchlässig sein. Gleichmäßig frische bis mäßig feuchte Bedingungen sind günstig. Verdichtete, dauerhaft nasse oder schlecht entwässerte Böden sind ungeeignet.

Bei schwerem Gartenboden kann eine Bodenverbesserung sinnvoll sein. Eine reine Kiesschicht am Boden des Pflanzlochs ersetzt jedoch keine flächige Verbesserung der Entwässerung.

Gießen

Während der ersten Standjahre benötigt der Judasbaum eine regelmäßige Wasserversorgung. Gieße lieber seltener und durchdringend als täglich nur oberflächlich. So wird die Entwicklung tiefer liegender Wurzeln unterstützt.

Auch ältere Pflanzen sollten bei anhaltender Hitze oder längeren niederschlagsarmen Perioden gewässert werden. Kontrolliere bei Kübelpflanzen häufiger die Feuchtigkeit, da das begrenzte Substrat schneller austrocknet. Überschüssiges Wasser muss immer ablaufen können.

Düngung

Eine mäßige Düngung im Frühjahr ist normalerweise ausreichend. Geeignet sind reifer Kompost oder ein organischer Langzeitdünger für Gehölze. Eine zu starke Stickstoffversorgung kann weiche, frostempfindlichere Triebe fördern.

Kübelpflanzen können während der Hauptwachstumszeit entsprechend der Dosierungsangabe des verwendeten Düngers versorgt werden. Ab dem Spätsommer sollte auf eine stark stickstoffbetonte Düngung verzichtet werden.

Rückschnitt

Der Judasbaum entwickelt seine charakteristische Form am schönsten, wenn er möglichst wenig geschnitten wird. Entferne abgestorbene, beschädigte oder sich kreuzende Zweige mit sauberem Werkzeug.

Leichte Formkorrekturen können nach der Blüte vorgenommen werden. Größere Schnittwunden und starke Rückschnitte solltest du vermeiden. Die endgültige Größe der Pflanze sollte deshalb bereits bei der Standortwahl berücksichtigt werden.

Überwinterung

Überwinterung im Beet

Ausgepflanzte und gut angewachsene Pflanzen können an einem geschützten Standort ungefähr bis −23 °C winterhart sein. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt unter anderem vom Alter der Pflanze, von der Frostdauer, vom Wind und von der Bodenfeuchtigkeit ab.

Schütze junge Pflanzen in den ersten Wintern mit einer lockeren Mulchschicht über dem Wurzelbereich. In rauen Lagen kann zusätzlich ein luftdurchlässiges Wintervlies sinnvoll sein. Staunasse Böden sollten besonders im Winter vermieden werden.

Überwinterung im Kübel

Im Kübel ist der Wurzelballen stärker frostgefährdet als im Gartenboden. Stelle das Gefäß deshalb an einen wind- und regengeschützten Platz und umwickle es mit einem isolierenden Material. Eine Unterlage aus Holz oder Kork schützt zusätzlich vor Bodenkälte.

Gieße an frostfreien Tagen sparsam, damit der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Gleichzeitig darf sich im Gefäß kein Wasser stauen.

Fazit

Der Judasbaum ‘Eternal Flame’ verbindet eine Frühlingsblüte mit einem außergewöhnlichen Farbwechsel des Laubes. Besonders an einem hellen, geschützten Standort kann er sich zu einem ausdrucksstarken Solitär entwickeln. Ein durchlässiger Boden, eine zuverlässige Wasserversorgung während der Anwachsphase und möglichst wenige Eingriffe in Wurzeln und Krone schaffen gute Voraussetzungen für seine langfristige Entwicklung.