Brasilianische Guave - Acca Sellowiana
Wissenswertes über die Pflanze
Die Brasilianische Guave (Acca sellowiana) wird auch Feijoa oder Ananasguave genannt. Sie ist ein immergrüner Strauch, der sich mit der Zeit auch zu einem kleinen Baum erziehen lässt. Auffällig sind die festen, graugrünen Blätter mit ihrer silbrig weißen Unterseite und die mehrfarbigen Blüten.
Unter ausreichend warmen Bedingungen können sich aus den Blüten grüne, ovale Früchte entwickeln. Ihr helles Fruchtfleisch besitzt bei vollständiger Reife ein süßlich-aromatisches Aroma. Ob die Pflanze tatsächlich Früchte trägt und diese vollständig ausreifen, hängt jedoch von der Bestäubung, dem Standort, dem Wetter und der Länge der warmen Jahreszeit ab.
Der heute häufig verwendete botanische Name lautet Acca sellowiana. In Fachliteratur und Pflanzenverzeichnissen ist außerdem die ältere beziehungsweise alternativ eingeordnete Bezeichnung Feijoa sellowiana zu finden.
Die Brasilianische Guave wächst langsam bis mäßig schnell und entwickelt von Natur aus einen verzweigten, buschigen Aufbau. Unter günstigen Bedingungen kann sie ungefähr 3 bis 5 Meter hoch und ähnlich breit werden. In einem Kübel und in kühleren Regionen bleibt sie meistens deutlich kompakter.
Die festen Blätter sind auf der Oberseite graugrün bis dunkelgrün. Ihre dicht behaarte Unterseite erscheint silbrig weiß. In milden Bedingungen behält die Pflanze ihr Laub ganzjährig. Kälte, Trockenheit oder eine ungünstige Überwinterung können jedoch zu einem teilweisen Blattverlust führen.
Die Blüten erscheinen abhängig von Standort und Witterung ungefähr von Mai bis Juli. Weiße bis rosafarbene Blütenblätter umgeben zahlreiche rote Staubfäden. Die Blüten werden von unterschiedlichen Tieren besucht. Ob daraus Früchte entstehen, hängt unter anderem vom vorhandenen Pollen und von einer erfolgreichen Übertragung zwischen den Blüten ab.
Bei Pflanzen ohne ausgewiesene Sortenbezeichnung ist die Selbstfruchtbarkeit nicht gesichert. Eine zweite genetisch unterschiedliche Pflanze kann den Fruchtansatz verbessern. Auch dann bleiben Blüte, Fruchtansatz und Ernte von den jeweiligen Kulturbedingungen abhängig.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Eine dauerhafte Pflanzung im Garten kommt vor allem in sehr milden Regionen und an geschützten Standorten infrage. Wähle einen sonnigen, warmen Platz, beispielsweise vor einer geschützten Süd- oder Westwand. Kalte Luft sollte dort möglichst nicht stehen bleiben.
Der Boden muss Wasser zuverlässig ableiten. Lockere schwere oder verdichtete Erde vor der Pflanzung gründlich auf und verbessere sie bei Bedarf mit strukturstabilem, mineralischem Material. Hebe das Pflanzloch breiter als den Wurzelballen aus und setze die Pflanze nicht tiefer ein, als sie zuvor im Topf stand.
Gieße die Brasilianische Guave nach dem Einpflanzen durchdringend an. In den ersten Standjahren sollte der Wurzelbereich vor stärkerem Frost geschützt werden. In Regionen mit regelmäßigem Dauerfrost ist die Kultur im Kübel die sicherere Wahl.
Umtopfen
Topfe die Pflanze um, wenn der vorhandene Kübel vollständig durchwurzelt ist, die Erde kaum noch Wasser aufnimmt oder die Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen. Das neue Gefäß sollte nur einige Zentimeter größer sein als der bisherige Topf.
Verwende eine strukturstabile Kübelpflanzenerde und achte auf mehrere freie Abzugslöcher. Eine dünne Drainageschicht kann den Wasserabfluss unterstützen, ersetzt aber kein durchlässiges Substrat. Nach dem Umtopfen wird die Pflanze gründlich angegossen.
Sehr große Exemplare müssen nicht jährlich umgetopft werden. Bei ihnen kann im Frühjahr die oberste Substratschicht vorsichtig entfernt und durch frische Erde ersetzt werden.
Pflegehinweise
Standort
Für einen kompakten Wuchs und eine mögliche Blüten- und Fruchtbildung benötigt die Brasilianische Guave viel Licht. Ein sonniger, warmer und windgeschützter Standort ist ideal.
Kübelpflanzen können nach den letzten stärkeren Frösten ins Freie gestellt werden. Gewöhne überwinterte Pflanzen schrittweise an direkte Sonne, damit die Blätter keinen Sonnenbrand bekommen.
Boden
Geeignet ist eine humose, lockere und gut durchlässige Erde. Der Wurzelbereich sollte gleichmäßig frisch bleiben, aber niemals dauerhaft vernässen. Staunässe kann die Wurzeln schädigen und sollte besonders während der kühlen Jahreszeit vermieden werden.
Gießen
Gieße regelmäßig und durchdringend, sobald die obere Erdschicht leicht angetrocknet ist. Während der Blüte und Fruchtentwicklung unterstützt eine gleichmäßige Wasserversorgung die Entwicklung der Pflanze.
Bei hohen Temperaturen steigt der Wasserbedarf von Kübelpflanzen deutlich an. Lass überschüssiges Gießwasser vollständig ablaufen und entferne Wasser aus Untersetzern oder Übertöpfen.
Während der Überwinterung wird weniger gegossen. Der Wurzelballen sollte dennoch nicht vollständig austrocknen.
Düngung
Beginne im Frühjahr mit einer mäßigen Nährstoffversorgung. Geeignet sind ein Langzeitdünger für Kübel- oder mediterrane Pflanzen sowie ein Flüssigdünger nach der Dosierungsangabe des Herstellers.
Eine zu starke Stickstoffversorgung kann vor allem das Triebwachstum fördern, ohne die Blütenbildung entsprechend zu unterstützen. Ab Spätsommer sollte die Düngung reduziert und anschließend eingestellt werden.
Rückschnitt
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig. Entferne nach dem Winter abgestorbene oder frostgeschädigte Triebe. Leichte Formkorrekturen können nach der Blüte vorgenommen werden.
Da sich die Blüten am neuen Wachstum entwickeln können, sollten starke Rückschnitte zurückhaltend durchgeführt werden. Soll die Pflanze als kleines Bäumchen erzogen werden, können seitliche Triebe am gewünschten Stamm schrittweise entfernt werden.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Die Brasilianische Guave ist in Deutschland nur bedingt für die ganzjährige Freilandkultur geeignet. Ausgepflanzte und gut angewachsene Exemplare können an einem geschützten Standort kurzzeitig Temperaturen um etwa −5 °C vertragen. Länger andauernder Frost kann dennoch erhebliche Schäden verursachen.
Bedecke den Wurzelbereich vor dem Winter mit einer lockeren Schicht aus Laub oder Mulch. Die Krone kann bei angekündigtem Frost mit einem luftdurchlässigen Wintervlies geschützt werden. Achte darauf, dass der Boden im Winter nicht dauerhaft nass bleibt.
Überwinterung im Kübel
Kübelpflanzen sollten vor stärkerem Frost in ein helles Winterquartier gebracht werden. Ideal ist ein kühler, frostfreier Platz. Je wärmer die Pflanze überwintert, desto mehr Licht benötigt sie.
Gieße während der Winterruhe zurückhaltend, aber lasse den Wurzelballen nicht vollständig austrocknen. Gedüngt wird erst wieder, wenn im Frühjahr ein deutlicher neuer Austrieb beginnt.
Steht der Kübel während milder Frostperioden noch im Freien, muss er isoliert und vor kaltem Wind geschützt werden. Da der Wurzelballen im Gefäß schneller durchfriert als Gartenboden, reicht die Frostverträglichkeit ausgepflanzter Pflanzen nicht als Maßstab für die Kübelhaltung aus.
Früchte erkennen und ernten
Die Früchte bleiben auch bei zunehmender Reife überwiegend grün. Ihre Farbe ist deshalb kein zuverlässiges Reifezeichen. Vollständig reife Früchte entwickeln einen deutlichen Duft, geben bei sanftem Druck leicht nach oder lösen sich von selbst von der Pflanze.
Die Reifezeit liegt unter geeigneten Bedingungen im Herbst. In kühlen Jahren können angesetzte Früchte möglicherweise nicht vollständig ausreifen. Für eine bessere Aussicht auf Früchte sind ein vollsonniger Standort, eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine zweite genetisch unterschiedliche Feijoa empfehlenswert.
Fazit
Die Brasilianische Guave verbindet silbrig schimmerndes Laub mit auffälligen weiß-roten Blüten und der Möglichkeit einer eigenen Fruchternte. In Deutschland eignet sie sich besonders für einen großen Kübel, der sonnig steht und frostfrei überwintert werden kann. In sehr milden, geschützten Gartenlagen ist auch eine Auspflanzung möglich. Für den Fruchtansatz bleiben Wärme, Bestäubung und die konkrete genetische Herkunft der Pflanze entscheidend.