Olivenbaum (Olea europaea)

Wissenswertes über die Pflanze

Der Olivenbaum bringt mit seinem silbrig-grünen Laub und seinem knorrigen Wuchs mediterrane Atmosphäre in den Garten oder auf die Terrasse. Er wächst vergleichsweise langsam und kann bei geeigneter Pflege viele Jahre im Kübel oder an besonders geschützten Standorten im Beet kultiviert werden.

Unter günstigen Bedingungen bildet Olea europaea kleine cremeweiße Blüten und anschließend Oliven. Ob die Früchte in Mitteleuropa ausreifen, hängt jedoch von der Sorte, dem Alter der Pflanze, der Wärme, dem Standort, der Bestäubung und dem Witterungsverlauf ab.

Olea europaea gehört zur Familie der Ölbaumgewächse und wird seit mehreren Jahrtausenden im Mittelmeerraum kultiviert. Die Art besitzt ein wesentlich größeres natürliches Verbreitungsgebiet, das Teile Afrikas sowie Gebiete vom Mittelmeerraum bis nach Asien umfasst. Der kultivierte Olivenbaum ist eng mit der Geschichte und Landwirtschaft der Mittelmeerregion verbunden.

Charakteristisch sind die schmalen, ledrigen Blätter. Ihre Oberseiten erscheinen graugrün, während die Unterseiten silbrig gefärbt sind. Da der Olivenbaum immergrün ist, bleibt das Laub grundsätzlich über den Winter erhalten. Kälte, Lichtmangel, Trockenstress oder ein Standortwechsel können jedoch vorübergehend zu Blattverlust führen.

Die kleinen Blüten erscheinen gewöhnlich im späten Frühjahr oder Frühsommer an Trieben aus dem vorherigen Jahr. Oliven werden überwiegend durch den Wind bestäubt. Einige Sorten sind selbstfruchtbar, andere benötigen eine geeignete Befruchtersorte. Auch bei selbstfruchtbaren Sorten kann ein zweiter, gleichzeitig blühender Olivenbaum den Fruchtansatz verbessern.

In Deutschland ist eine Ernte nicht garantiert. Ein warmer, sonniger Standort und ein langer, frostfreier Herbst erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass vorhandene Früchte ausreifen.

Pflegeanleitung

Einpflanzen im Beet

Eine dauerhafte Pflanzung im Beet eignet sich vor allem für milde Regionen und sehr geschützte Standorte. Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr, damit der Baum bis zum ersten Winter möglichst gut einwurzeln kann.

Hebe ein Pflanzloch aus, das ungefähr doppelt so breit wie der Wurzelballen ist. Setze den Olivenbaum nicht tiefer ein, als er zuvor im Topf oder Ballen gestanden hat. Die Oberkante des Wurzelballens sollte ungefähr mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließen.

Der Boden muss Wasser zuverlässig ableiten. Bei schweren oder verdichteten Böden genügt eine Schicht aus Steinen im Pflanzloch nicht, da sich darüber weiterhin Wasser sammeln kann. Verbessere die Durchlässigkeit stattdessen großflächig oder wähle einen erhöhten Pflanzplatz.

Fülle das Pflanzloch mit Erde auf, drücke sie vorsichtig an und gieße anschließend gründlich. Größere oder frisch verpflanzte Exemplare können während der Anwachsphase eine stabile Verankerung benötigen. Auch ältere Bäume müssen am neuen Standort zunächst neue Feinwurzeln bilden und sind in dieser Zeit auf eine gleichmäßige Wasserversorgung angewiesen.

Umtopfen

Für die Kübelhaltung benötigst du ein ausreichend großes und standfestes Gefäß mit freien Abflussöffnungen. Verwende ein strukturstabiles, gut durchlässiges Substrat. Mineralische Bestandteile wie Lavagranulat, Bims oder grober Sand können den Wasserabfluss verbessern.

Eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies kann sinnvoll sein, sofern die Abflussöffnungen nicht blockiert werden. Sie ersetzt jedoch weder ein durchlässiges Substrat noch einen freien Wasserablauf. Untersetzer und Übertöpfe sollten nach dem Gießen kontrolliert und geleert werden.

Topfe den Olivenbaum um, wenn der Wurzelballen das Gefäß stark ausfüllt, Wasser nur noch schlecht aufgenommen wird oder der Baum nicht mehr standsicher ist. Der neue Topf sollte nur einige Größenstufen größer sein. Nach dem Umtopfen gründlich angießen und den Wurzelballen während der erneuten Anwachsphase nicht vollständig austrocknen lassen.

Pflegehinweise

Standort

Der Olivenbaum benötigt einen möglichst vollsonnigen, warmen und geschützten Standort. Eine südlich oder südwestlich ausgerichtete Terrasse beziehungsweise ein Platz vor einer wärmespeichernden Hauswand ist besonders geeignet.

Halbschatten wird zeitweise vertragen, kann aber zu lockerem Wachstum und einer geringeren Blüten- und Fruchtbildung führen. Im Sommer sollte ein im Winter geschützter Olivenbaum erst nach den stärksten Spätfrösten wieder vollständig ins Freie gestellt werden. Gewöhne ihn schrittweise an intensive Sonne, um Blattverbrennungen zu vermeiden.

Boden

Olea europaea bevorzugt einen tiefgründigen und gut durchlässigen Boden. Das Substrat darf lehmige und mineralische Bestandteile enthalten, muss nach Niederschlägen oder dem Gießen aber ausreichend schnell abtrocknen.

Anhaltende Staunässe ist besonders im Winter problematisch, weil sie die Wurzeln schädigen und die Frostempfindlichkeit erhöhen kann. Sehr schwere, dauerhaft nasse oder stark verdichtete Standorte sind für eine Auspflanzung ungeeignet.

Gießen

Gieße frisch gepflanzte und umgetopfte Olivenbäume regelmäßig und durchdringend. Die obere Erdschicht darf zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen, der gesamte Wurzelballen sollte während der Anwachsphase jedoch nicht vollständig austrocknen.

Gut eingewachsene Olivenbäume können im Beet vorübergehend trockenere Phasen überstehen. Bei länger anhaltender Hitze, sehr durchlässigem Boden oder sichtbaren Anzeichen von Trockenstress ist weiterhin eine gründliche Wassergabe notwendig.

Im Kübel trocknet der Wurzelballen wesentlich schneller aus. Kontrolliere die Erde deshalb regelmäßig und gieße erst, wenn die obere Schicht abgetrocknet ist. Überschüssiges Wasser muss vollständig ablaufen können.

Da der Olivenbaum immergrün ist, verdunstet er auch im Winter Wasser. Gieße sowohl draußen als auch im Winterquartier zurückhaltend, aber lasse den Wurzelballen nicht vollständig austrocknen.

Düngung

Ein ausgepflanzter Olivenbaum benötigt auf einem ausreichend nährstoffreichen Boden keine häufige Düngung. Eine bedarfsgerechte Gabe Kompost oder eines geeigneten Langzeitdüngers im Frühjahr kann den Austrieb unterstützen.

Kübelpflanzen werden während der Wachstumszeit nach Herstellerangabe mit einem ausgewogenen Flüssig- oder Langzeitdünger versorgt. Eine pauschale Düngung alle zwei bis drei Wochen ist nicht bei jedem Produkt und jeder Pflanze notwendig. Stärke und Häufigkeit sollten sich nach Dünger, Topfgröße, Substrat und Wachstum richten.

Ab Spätsommer sollte keine stark stickstoffbetonte Düngung mehr erfolgen, damit junge Triebe vor dem Winter ausreifen können. Während der kühlen Winterruhe wird nicht gedüngt.

Rückschnitt

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht zwingend erforderlich. Entferne im Frühjahr abgestorbene, beschädigte oder nach innen wachsende Triebe. Eine zu dichte Krone kann vorsichtig ausgelichtet werden, damit Licht und Luft in das Kroneninnere gelangen.

Soll der Baum kompakt bleiben, kannst du lange Triebe auf einen günstig stehenden Seitentrieb zurücknehmen. Schneide nicht unnötig stark, da sich die Blüten an den Trieben aus dem vorherigen Jahr entwickeln. Ein kräftiger Rückschnitt kann daher die Blüte und einen möglichen Fruchtansatz in der folgenden Saison verringern.

Warte nach einem kalten Winter mit der Entfernung vermeintlich abgestorbener Triebe, bis sich im Frühjahr sicher erkennen lässt, welche Bereiche noch austreiben.

Überwinterung

Überwinterung im Beet

Olea europaea ist nur bedingt winterhart. Die RHS ordnet die Art der Winterhärteklasse H4 zu, die unter britischen Bedingungen ungefähr einem Temperaturbereich von −10 bis −5 °C entspricht. Diese Angabe ist keine garantierte Schadensgrenze.

Sorte, Pflanzenalter, Dauer des Frostes, Wind, Bodenfeuchtigkeit und vorherige Abhärtung beeinflussen die tatsächliche Frostverträglichkeit. Junge, frisch gepflanzte oder noch nicht vollständig eingewurzelte Bäume reagieren empfindlicher. Auch ältere Exemplare können bei länger anhaltendem Frost Schäden an Blättern, Trieben oder Stamm erleiden.

Schütze den Wurzelbereich vor stärkeren Frösten mit einer lockeren Schicht aus Laub, Reisig oder Mulch. Die Krone kann bei Bedarf mit einem atmungsaktiven Winterschutzvlies umhüllt werden. Luftdichte Folie eignet sich nicht für die Krone. Besonders wichtig sind ein windgeschützter Standort und ein Boden, in dem sich keine winterliche Staunässe bildet.

Überwinterung im Topf

Die sicherste Möglichkeit ist ein helles, kühles und frostfreies Winterquartier. Temperaturen von ungefähr 2 bis 10 °C sind geeignet. Je wärmer der Standort ist, desto mehr Licht benötigt der Baum. Ein dauerhaft warmer und gleichzeitig dunkler Raum kann Blattverlust und schwaches Wachstum begünstigen.

Gieße im Winter nur so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Gedüngt wird während dieser Zeit nicht. Kontrolliere die Pflanze regelmäßig auf Schildläuse und andere Schädlinge.

Soll der Olivenbaum im Kübel draußen bleiben, stelle ihn geschützt an eine Hauswand. Platziere den Topf auf einer isolierenden Unterlage und umwickle das Gefäß mit Jute, Kokosmatten oder Vlies. Die Abflussöffnungen müssen frei bleiben. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Frösten reicht die reine Topfisolierung möglicherweise nicht aus; dann sollte der Baum vorübergehend frostfrei untergebracht werden.

Blüte, Ernte und Verarbeitung der Früchte

Unter günstigen Bedingungen können sich aus den kleinen Blüten Oliven entwickeln. Der Fruchtansatz ist von der Sorte, der Bestäubung, dem Alter der Pflanze und der Witterung abhängig. Für das Ausreifen werden ein warmer Sommer und ein möglichst langer, milder Herbst benötigt.

Grüne und dunkel ausgefärbte Oliven stammen nicht zwangsläufig von unterschiedlichen Sorten. Die Farbe verändert sich im Verlauf der Reife von Grün über rötliche oder violette Töne bis hin zu Dunkelviolett oder Schwarz.

Frisch geerntete Oliven sind wegen ihres Gehalts an Oleuropein sehr bitter und nicht unmittelbar als Tafeloliven geeignet. Sie müssen vor dem Verzehr fachgerecht entbittert und haltbar gemacht werden. Dafür kommen je nach Rezept unter anderem Wasser, Salzlake oder Trockensalz infrage. Bei der Verarbeitung in Salzlake kann eine natürliche Fermentation stattfinden.

Oliven sollten nicht ohne vorherige Behandlung einfach in Öl eingelegt werden. Verwende für die Verarbeitung ausschließlich aktuelle, geprüfte Anleitungen zur sicheren Lebensmittelkonservierung. Verschimmelte, ungewöhnlich weiche oder unangenehm riechende Früchte dürfen nicht probiert oder gegessen werden.

Fazit

Der Olivenbaum überzeugt mit immergrünem, silbrig schimmerndem Laub und einer charakteristischen Wuchsform. Im Kübel lässt er sich flexibel überwintern, während eine dauerhafte Auspflanzung nur an milden, sehr geschützten und gut durchlässigen Standorten empfehlenswert ist.

Eine eigene Olivenernte ist unter günstigen Bedingungen möglich, kann bei einer nicht näher bezeichneten Sorte und im mitteleuropäischen Klima jedoch nicht garantiert werden. Unabhängig vom Fruchtertrag bleibt Olea europaea ein ausdrucksstarkes Gehölz für mediterran gestaltete Außenbereiche.