Zierkirsche – Prunus serrulata ‘Royal Burgundy’

Wissenswertes über die Pflanze

Die Zierkirsche ‘Royal Burgundy’ – Prunus serrulata ‘Royal Burgundy’ – verbindet gefüllte dunkelrosa Frühlingsblüten mit einem ungewöhnlich dunkel gefärbten Laub. Die Blätter treiben kupfer- bis purpurrot aus und behalten während des Sommers überwiegend ihre dunkelrote bis rötlich-violette Färbung.

Die Sorte entstand als Mutation der bekannten Japanischen Blütenkirsche ‘Kanzan’. Sie wurde bei Speer & Sons Nursery im US-Bundesstaat Oregon entdeckt und etwa 1990 eingeführt. Botanisch gehört die Zierkirsche zur Familie der Rosengewächse.

‘Royal Burgundy’ entwickelt zunächst eine aufrechte Krone. Mit zunehmendem Alter werden die Äste ausladender und bilden eine breite, vasenförmige Krone. Unter geeigneten Bedingungen erreicht der Baum meist eine Höhe von etwa 6–8 m und eine Breite von ungefähr 4–6 m. Sehr alte Exemplare können an günstigen Standorten größer werden.

Die dicht gefüllten Blüten erscheinen gewöhnlich im April oder Anfang Mai zusammen mit dem jungen Laub. Ihre Farbe wird je nach Quelle als dunkelrosa, purpurrosa oder magentarosa beschrieben. Zeitpunkt, Dauer und Fülle der Blüte werden von Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wasserversorgung und Spätfrösten beeinflusst.

Aufgrund der stark gefüllten Blüten bildet die Sorte normalerweise keine oder nur sehr selten kleine Steinfrüchte. Die Früchte sind nicht für den Verzehr vorgesehen.

Im Herbst kann sich das dunkle Laub orange, rot oder scharlachrot verfärben. Die Intensität dieser Färbung hängt von Standort, Temperaturverlauf und Witterung ab und kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich ausfallen.

Mit ihrer markanten Blattfarbe eignet sich die Zierkirsche besonders als Solitärbaum. Sie setzt einen deutlichen Kontrast zu grünlaubigen Gehölzen und kommt auf Rasenflächen, in Vorgärten, Innenhöfen sowie in modern, romantisch oder asiatisch gestalteten Gärten zur Geltung.

Pflegeanleitung

Pflanze deine Zierkirsche ‘Royal Burgundy’ im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei und nicht vollständig durchnässt ist. In Regionen mit kalten Wintern bietet eine Frühjahrspflanzung den Vorteil, dass der Baum bis zum ersten stärkeren Frost ausreichend Zeit zum Einwurzeln erhält.

Wässere den Wurzelballen vor dem Einpflanzen gründlich. Hebe anschließend ein Pflanzloch aus, das ungefähr doppelt so breit wie der Ballen ist. Lockere auch den Boden an den Seiten und am Grund des Pflanzlochs vorsichtig auf.

Setze die Zierkirsche so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens ungefähr mit dem umgebenden Bodenniveau abschließt. Eine zu tiefe Pflanzung kann die Belüftung des Wurzelbereichs beeinträchtigen.

Fülle das Pflanzloch mit dem vorhandenen Boden auf. Sehr schwere Erde sollte in einem größeren Bereich durchlässiger gemacht werden, damit sich am Grund des Pflanzlochs keine Nässe sammelt. Drücke die Erde vorsichtig an und gieße den Baum anschließend durchdringend.

Eine dünne Mulchschicht kann die Feuchtigkeit länger im Boden halten und den Wurzelbereich vor starken Temperaturschwankungen schützen. Halte dabei einige Zentimeter Abstand zum Stamm.

Einpflanzen im Beet

Wähle für die Zierkirsche einen sonnigen Standort mit ausreichend Platz für die spätere Krone. Plane abhängig von der Umgebung ungefähr 4–6 m Kronenbreite ein und halte genügend Abstand zu Gebäuden, Mauern, Wegen und benachbarten Gehölzen.

Der Boden sollte humos, mäßig nährstoffreich und gut durchlässig sein. Die Sorte kann auf unterschiedlichen Bodenarten wachsen, sofern überschüssiges Wasser zuverlässig abfließt. Vollständig versiegelte oder dauerhaft verdichtete Flächen sind ungeeignet.

Bei größeren oder baumförmig erzogenen Exemplaren kann ein Stützpfahl während der Anwuchsphase sinnvoll sein. Setze den Pfahl möglichst vor dem Baum in das Pflanzloch, damit der Wurzelballen nicht nachträglich beschädigt wird. Befestige den Stamm mit einem breiten, flexiblen Baumband und kontrolliere die Bindung regelmäßig.

Umtopfen

Junge Zierkirschen können für einige Jahre in einem ausreichend großen Pflanzgefäß kultiviert werden. Aufgrund ihrer späteren Wuchshöhe und Kronenbreite ist ‘Royal Burgundy’ langfristig jedoch besser für die Auspflanzung im Garten geeignet.

Topfe die Pflanze im Frühjahr um, wenn das bisherige Gefäß deutlich durchwurzelt ist. Der neue Kübel sollte standfest sein und mehrere ausreichend große Abzugslöcher besitzen.

Lege am Gefäßboden eine Drainageschicht aus Kies, Blähton oder einem vergleichbaren Material an. Verwende ein humoses, strukturstabiles und gut durchlässiges Substrat. Eine mineralische Beimischung kann die Durchlässigkeit verbessern und einer starken Verdichtung entgegenwirken.

Setze den Wurzelballen auf der bisherigen Höhe ein und fülle die Zwischenräume mit Substrat. Drücke die Erde vorsichtig an und gieße anschließend gründlich. Wasser, das sich im Untersetzer oder Übertopf sammelt, sollte zeitnah entfernt werden.

Pflegehinweise

Standort

Die Zierkirsche ‘Royal Burgundy’ bevorzugt einen sonnigen Standort. Eine ausreichende Sonneneinstrahlung unterstützt die intensive Färbung des Laubs und schafft günstige Voraussetzungen für die Ausbildung der Blütenknospen.

Ein windgeschützter Platz ist besonders für frisch gepflanzte und größere Exemplare empfehlenswert. Starke oder dauerhafte Winde können junge Triebe, Blüten und Äste belasten.

Boden

Ideal ist ein humoser, mäßig nährstoffreicher und gut durchlässiger Boden, der während der Wachstumszeit nicht vollständig austrocknet. Leicht kalkhaltige Böden werden gewöhnlich vertragen.

Vermeide Staunässe, dauerhaft verdichtete Erde und vollständig versiegelte Standorte. Bei schweren Lehmböden sollte ein größerer Bodenbereich gelockert und durchlässiger gestaltet werden.

Gießen

Gieße frisch gepflanzte Zierkirschen regelmäßig und durchdringend. Während der Anwuchsphase sollte der Wurzelballen gleichmäßig feucht bleiben, ohne dauerhaft nass zu sein.

Auch ältere Bäume benötigen bei längeren Hitze- und Trockenperioden zusätzlich Wasser. Gieße besser seltener und gründlich als häufig nur oberflächlich. Dadurch wird das Wasser auch in tieferen Bodenschichten verfügbar.

Im Kübel trocknet das Substrat schneller aus. Kontrolliere die Feuchtigkeit deshalb besonders an sonnigen und windigen Tagen regelmäßig.

Düngung

Eine bedarfsgerechte Gabe von reifem Kompost oder organischem Langzeitdünger im Frühjahr unterstützt den Austrieb. Auf ausreichend nährstoffreichen Gartenböden ist häufig keine weitere Düngung notwendig.

Vermeide eine übermäßige Stickstoffversorgung. Sie kann ein starkes, weiches Triebwachstum fördern und die Ausreifung der jungen Zweige verzögern. Ab dem Spätsommer sollte nicht mehr stickstoffbetont gedüngt werden.

Rückschnitt

Die Zierkirsche benötigt normalerweise keinen regelmäßigen starken Rückschnitt. Entferne hauptsächlich abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder nach innen wachsende Äste.

Führe notwendige Auslichtungs- und Korrekturschnitte vorzugsweise nach der Blüte oder im Sommer bei trockenem Wetter durch. Sommerschnitte können bei Zierkirschen das Risiko bestimmter Holzkrankheiten gegenüber umfangreichen Schnitten in der kalten und feuchten Jahreszeit verringern.

Schneide Äste sauber am vorgesehenen Ansatz ab und vermeide große Stummel. Ein starker Rückschnitt im Herbst oder Winter ist nicht empfehlenswert. Entferne größere Äste nur, wenn es für den Aufbau oder die Gesundheit des Baumes erforderlich ist.

Überwinterung

Überwinterung im Beet

Eine ausgepflanzte und gut eingewurzelte Zierkirsche ‘Royal Burgundy’ verträgt unter geeigneten Standortbedingungen Temperaturen bis ungefähr −20 °C. Die tatsächliche Frostverträglichkeit wird jedoch von Alter, Standort, Bodenfeuchtigkeit, Wind und Dauer der Frostperiode beeinflusst.

Junge und frisch gepflanzte Exemplare sollten während der ersten Winter geschützt werden. Decke den Wurzelbereich mit Laub, Mulch oder Reisig ab. Ein atmungsaktives Vlies kann bei starkem Frost und kaltem Wind zusätzlich die Krone schützen.

Achte darauf, dass der Boden auch im Winter nicht dauerhaft vernässt. Gleichzeitig benötigen immergrüne Nachbarpflanzen und der Boden an trockenen, frostfreien Wintertagen gelegentlich Wasser; die laubabwerfende Zierkirsche selbst hat während der Winterruhe einen deutlich geringeren Bedarf.

Spätfröste können bereits geöffnete Blüten oder den jungen Austrieb schädigen. Eine bestimmte Blütenfülle lässt sich deshalb auch bei einem grundsätzlich geeigneten Standort nicht garantieren.

Überwinterung im Kübel

Im Pflanzgefäß ist der Wurzelballen stärker frostgefährdet als im gewachsenen Gartenboden. Stelle den Kübel an einen windgeschützten Platz auf eine isolierende Unterlage aus Holz, Kork oder einem vergleichbaren Material.

Umwickle das Gefäß mit Jute, Vlies oder einer geeigneten Kübelisolierung. Decke die Substratoberfläche zusätzlich mit Laub oder Reisig ab. Die Krone kann während ausgeprägter Frostperioden locker mit einem atmungsaktiven Vlies geschützt werden.

Gieße an frostfreien Tagen sparsam, damit der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Staunässe muss auch während des Winters vermieden werden. Bei lang anhaltendem starkem Frost ist ein kühler, geschützter und frostfreier Überwinterungsplatz die sicherere Lösung.

Fazit

Die Zierkirsche ‘Royal Burgundy’ setzt mit ihren gefüllten dunkelrosa Frühlingsblüten und dem dauerhaft purpurroten Laub einen markanten Akzent. Ihre zunächst aufrechte und später breitere, vasenförmige Krone macht sie zu einem ausdrucksstarken Solitärbaum.

Für eine gute Entwicklung benötigt sie einen sonnigen Standort, ausreichend Platz und einen humosen, gut durchlässigen Boden. Bei regelmäßiger Wasserversorgung während der Anwuchsphase und zurückhaltendem Schnitt kann sie über viele Jahre ihre charakteristische Wuchs- und Blattwirkung entfalten.