Schwarzer Holunder – Sambucus nigra ‘Black Lace’

Wissenswertes über die Pflanze

Der Schwarze Holunder Sambucus nigra ‘Black Lace’ verbindet einen aufrechten, leicht ausladenden Wuchs mit tief geschlitztem, dunkel purpurfarbenem Laub und rosafarbenen Blütenschirmen. Die feine Struktur der beinahe schwarzen Blätter verleiht dem sommergrünen Strauch eine besonders markante Erscheinung.

Der korrekte Sortenname lautet ‘Eva’. Black Lace ist die im Pflanzenhandel verbreitete Bezeichnung dieser Sorte. Gezüchtet wurde sie am damaligen Horticulture Research International in East Malling in der englischen Grafschaft Kent.

Das Züchtungsprogramm begann bereits 1988 mit Kreuzungen unterschiedlicher Holundersorten. Im Jahr 1998 wurde eine Pflanze ausgewählt, deren Laub die gewünschte Kombination aus einer sehr dunklen Färbung und einer tief geschlitzten Form zeigte. 2001 wurde sie unter dem Sortennamen ‘Eva’ für die Markteinführung bestätigt.

Die Sorte gehört zum Schwarzen Holunder Sambucus nigra. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von den Azoren über Europa bis in den westlichen Iran. Auch in Deutschland kommt die Art natürlich vor. ‘Eva’ ist jedoch eine gezielt gezüchtete Gartensorte und nicht mit einer wild vorkommenden Holunderpflanze gleichzusetzen.

‘Black Lace’ wächst als sommergrüner, dichter und leicht ausladender Großstrauch. Ohne regelmäßigen Rückschnitt kann er etwa 2,5–4 m hoch und ähnlich breit werden. Seine endgültige Größe hängt von Standort, Nährstoffversorgung und Schnitt ab.

Die Blätter bestehen gewöhnlich aus mehreren schmalen, tief eingeschnittenen Fiederblättchen. Das ausgewachsene Laub ist dunkel purpurfarben bis beinahe schwarz. An einem sonnigen Standort entwickelt sich die dunkle Färbung meist intensiver, während die Blätter im Halbschatten grünlicher oder bronzefarben wirken können.

Je nach Standort und Witterung erscheinen zwischen Mai und Juli flache Blütenschirme. Sie bestehen aus zahlreichen kleinen, weißrosa bis rosafarbenen Einzelblüten und tragen den charakteristischen Duft von Holunderblüten.

Die offenen Blüten produzieren Pollen und können von unterschiedlichen Insekten besucht werden. Eine pauschale Bezeichnung wie „bienenfreundlich“ sollte dennoch nur verwendet werden, wenn die konkrete Aussage durch geeignete Nachweise ergänzt wird.

Nach erfolgreicher Bestäubung können sich dunkel purpurrote bis schwarze Früchte entwickeln. Die Beeren reifen gewöhnlich im Spätsommer oder Herbst. Fruchtansatz und Reife hängen unter anderem von Blüte, Bestäubung, Standort und Witterung ab.

Unreife oder rohe Früchte und andere Pflanzenteile sind nicht zum Verzehr geeignet. Für eine kulinarische Verwendung sollten ausschließlich vollständig reife Früchte beziehungsweise geeignete Blüten verwendet und ausreichend erhitzt oder fachgerecht verarbeitet werden.

Pflegeanleitung

Pflanze deinen Schwarzen Holunder vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst, wenn der Boden frostfrei ist. Containerpflanzen können grundsätzlich auch außerhalb dieser Zeit eingesetzt werden, benötigen während warmer und trockener Phasen aber eine besonders zuverlässige Bewässerung.

Wässere den Wurzelballen vor dem Einpflanzen gründlich. Hebe ein Pflanzloch aus, das deutlich breiter als der Ballen ist, und lockere den angrenzenden Boden auf.

Setze die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens ungefähr mit dem umliegenden Bodenniveau abschließt. Fülle das Pflanzloch mit Erde auf, drücke sie vorsichtig an und gieße anschließend durchdringend.

Eine dünne Mulchschicht aus Laubkompost oder Rindenhumus kann die Bodenfeuchtigkeit länger bewahren. Halte dabei etwas Abstand zur Basis der Triebe, damit sich dort keine dauerhafte Nässe sammelt.

Einpflanzen im Beet

Wähle einen sonnigen bis halbschattigen Standort. In voller Sonne entwickelt sich gewöhnlich die dunkelste Blattfärbung. An sehr heißen Plätzen ist eine gleichmäßige Wasserversorgung besonders wichtig.

Der Boden sollte humos, mäßig nährstoffreich und gut durchlässig sein. Schwarzer Holunder bevorzugt frische bis feuchte Bodenverhältnisse, verträgt jedoch keine dauerhaft vernässten Wurzeln.

Bei schweren oder stark verdichteten Böden solltest du einen größeren Bereich lockern. Verbessere die Bodenstruktur bei Bedarf mit geeignetem humosem und mineralischem Material, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.

Plane für einen ungeschnittenen Strauch ausreichend Platz ein. ‘Black Lace’ kann eine Höhe und Breite von jeweils mehreren Metern erreichen. Für eine lockere Hecke oder Gehölzgruppe muss daher ein entsprechender Abstand zu benachbarten Pflanzen eingehalten werden.

Umtopfen

‘Black Lace’ kann in einem ausreichend großen Pflanzgefäß kultiviert werden. Aufgrund des zügigen Wachstums benötigt der Strauch jedoch mehr Platz und Wasser als bei einer Auspflanzung im Garten.

Topfe die Pflanze vorzugsweise im Frühjahr um, sobald das bisherige Gefäß deutlich durchwurzelt ist. Wähle einen standfesten Kübel, der etwa 5–10 cm mehr Durchmesser besitzt und mit mehreren Abzugslöchern ausgestattet ist.

Lege am Boden eine Drainageschicht aus Kies, Blähton oder einem vergleichbaren Material an. Verwende ein humoses, strukturstabiles und gut durchlässiges Substrat, das Feuchtigkeit speichern kann, ohne dauerhaft nass zu bleiben.

Lockere den äußeren Bereich des Wurzelballens vorsichtig, ohne die feinen Wurzeln unnötig stark zu beschädigen. Setze die Pflanze auf der bisherigen Höhe ein, fülle das Substrat auf und gieße anschließend gründlich.

Kontrolliere Kübelpflanzen während der Wachstumsperiode regelmäßig. Durch das zügige Wachstum kann das Gefäß innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit vollständig durchwurzelt sein.

Pflegehinweise

Standort

Der Schwarze Holunder ‘Black Lace’ wächst an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Für eine möglichst intensive purpurschwarze Blattfärbung ist ein sonniger Platz besonders geeignet.

Im Halbschatten kann die Färbung weniger dunkel ausfallen. Die Pflanze bleibt dort jedoch grundsätzlich entwicklungsfähig, sofern sie ausreichend Licht und einen geeigneten Boden erhält.

An sehr heißen, vollsonnigen Standorten solltest du darauf achten, dass der Wurzelbereich nicht vollständig austrocknet.

Boden

Ideal ist ein mäßig nährstoffreicher, humoser und gleichmäßig frischer bis feuchter Boden. Die Sorte kann in sandigen, lehmigen, tonigen und kalkhaltigen Böden wachsen, wenn die Wasserversorgung und Drainage stimmen.

Staunässe solltest du vermeiden. Dauerhaft nasse Böden können die Wurzeln schädigen und die Anfälligkeit für bestimmte Pflanzenkrankheiten erhöhen.

Im Kübel muss überschüssiges Wasser jederzeit über ausreichend große Abzugslöcher entweichen können.

Gießen

Gieße frisch gepflanzte Holundersträucher regelmäßig und durchdringend. Der Wurzelballen sollte während der Anwuchsphase gleichmäßig feucht bleiben.

Auch gut eingewurzelte Exemplare benötigen während längerer Hitze- und Trockenperioden zusätzlich Wasser. Trocknet der Boden stark aus, können die Blätter hängen oder vorzeitig abfallen.

Im Kübel ist der Wasserbedarf höher. Kontrolliere das Substrat an warmen Sommertagen regelmäßig und lasse den Wurzelballen nicht vollständig austrocknen. Stehendes Wasser im Untersetzer solltest du entfernen.

Düngung

Versorge den Holunder im Frühjahr mit einer bedarfsgerechten Menge Kompost oder organischem Langzeitdünger. Dadurch werden Austrieb, Blattentwicklung und Blütenbildung unterstützt.

Auf nährstoffreichen Gartenböden ist gewöhnlich keine starke zusätzliche Düngung erforderlich. Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann lange, weiche Triebe fördern.

Kübelpflanzen können während der Wachstumsperiode ergänzend einen geeigneten Flüssigdünger erhalten. Ab dem Spätsommer sollte nicht mehr gedüngt werden, damit die jungen Triebe vor dem Winter ausreifen können.

Rückschnitt

‘Black Lace’ ist schnittverträglich und kann durch einen gezielten Rückschnitt in der gewünschten Größe gehalten werden. Entferne im späten Winter oder zeitigen Frühjahr zunächst abgestorbene, beschädigte und sehr schwache Triebe.

Für einen natürlichen Aufbau solltest du regelmäßig einzelne ältere Äste bodennah entfernen. Dadurch wird Platz für kräftige neue Triebe geschaffen, ohne den gesamten Strauch auf eine einheitliche Höhe zurückzuschneiden.

Ein kräftiger Rückschnitt fördert die Bildung neuer Triebe mit intensiv gefärbtem Laub. Gleichzeitig kann er die Anzahl der Blüten und Früchte im betreffenden Jahr reduzieren.

Wenn dir eine reiche Blüte wichtig ist, solltest du deshalb nur einen Teil der älteren Triebe entfernen. Leichte Formkorrekturen können auch nach der Blüte vorgenommen werden.

Überwinterung

Überwinterung im Beet

Ausgepflanzt und gut eingewurzelt ist ‘Black Lace’ bis etwa −20 °C frosthart. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt vom Alter der Pflanze, vom Standort, von der Dauer des Frostes und von der Bodenfeuchtigkeit ab.

Junge und frisch gepflanzte Exemplare profitieren während der ersten Winter von einer schützenden Schicht aus Laub, Mulch oder Reisig über dem Wurzelbereich. Lasse dabei etwas Abstand zu den Trieben, damit die Rinde nicht dauerhaft feucht bleibt.

In sehr kalten oder windoffenen Lagen kann ein atmungsaktives Vlies die jungen Triebe zusätzlich schützen. Sollten einzelne Triebspitzen zurückfrieren, können sie im Frühjahr bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Überwinterung im Kübel

Im Pflanzgefäß ist der Wurzelballen stärker frostgefährdet als im Gartenboden. Stelle den Kübel an einen wind- und regengeschützten Platz und platziere ihn auf einer isolierenden Unterlage.

Umwickle das Gefäß mit Jute, Vlies oder einer geeigneten Kübelisolierung. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter etwa −10 °C ist ein zusätzlicher Schutz des Wurzelballens sinnvoll.

Da der Holunder sein Laub im Herbst verliert, benötigt er während der Winterruhe weniger Wasser. Halte das Substrat trotzdem leicht feucht und lasse den Wurzelballen nicht vollständig austrocknen.

Staunässe sollte auch im Winter vermieden werden. Während der Ruhephase wird nicht gedüngt.

Fazit

Der Schwarze Holunder Sambucus nigra ‘Black Lace’ setzt mit seinem fein geschlitzten, beinahe schwarzen Laub und den rosafarbenen Blütenschirmen einen ausdrucksstarken Akzent. Im Spätsommer können sich zusätzlich dunkel purpurrote bis schwarze Früchte entwickeln.

Die Sorte bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort sowie einen humosen, frischen und gut durchlässigen Boden. Durch ihre gute Schnittverträglichkeit lässt sie sich in der gewünschten Größe halten. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass ein kräftiger Rückschnitt zwar den farbigen Neuaustrieb fördert, aber die Blüten- und Fruchtbildung reduzieren kann.