Seidenbaum – Albizia julibrissin
Wissenswertes über die Pflanze
Der mehrstämmige Seidenbaum – Albizia julibrissin – verleiht dem Garten mit seiner lockeren Krone, den fein gefiederten Blättern und den sommerlichen Blütenständen eine außergewöhnliche Ausstrahlung. Die weit ausladenden Äste bilden mit der Zeit eine schirmartige Krone, die durch die mehreren Stämme besonders natürlich wirkt.
Seinen deutschen Namen „Schlafbaum“ verdankt er einer besonderen Blattbewegung: Bei einsetzender Dunkelheit klappen die zahlreichen kleinen Fiederblättchen zusammen. Auch bei ausgeprägtem Wassermangel kann die Pflanze ihre Blätter vorübergehend schließen. Im Sommer können rosa bis pinkfarbene Blütenstände erscheinen, deren lange Staubfäden für die typische, federartige Optik sorgen.
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Albizia julibrissin reicht vom östlichen Transkaukasien und Iran über den Himalaja und China bis nach Korea und Japan. Botanisch gehört der Seidenbaum zur Familie der Hülsenfrüchtler.
Der sommergrüne Baum entwickelt doppelt gefiederte Blätter, die aus zahlreichen kleinen Einzelblättchen bestehen. Die nächtliche Schließbewegung wird als Nyktinastie bezeichnet und hilft der Pflanze dabei, auf wechselnde Lichtverhältnisse zu reagieren.
Die auffälligen Blütenstände bestehen aus vielen kleinen Einzelblüten. Ihre langen rosa bis pinkfarbenen Staubfäden erzeugen das seidig-federartige Erscheinungsbild. Während der Blüte können sie von Bienen und anderen Insekten besucht werden. Blütezeit und Blütenfülle hängen von Alter, Sorte, Sonneneinstrahlung, Wärme und Witterungsverlauf ab.
Aus den Blüten können sich flache, bohnenähnliche Hülsenfrüchte entwickeln. Der mehrstämmige Seidenbaum bildet mit zunehmendem Alter eine breite Krone. Daher sollte trotz seines anfangs lockeren Erscheinungsbildes ausreichend Platz eingeplant werden.
Pflegeanleitung
Pflanze deinen mehrstämmigen Seidenbaum vorzugsweise im Frühjahr. Dadurch hat er bis zum ersten Winter ausreichend Zeit, neue Wurzeln zu bilden. Eine Herbstpflanzung empfiehlt sich vor allem in wintermilden Regionen und an besonders geschützten Standorten.
Wässere den Wurzelballen vor dem Einsetzen gründlich. Hebe ein Pflanzloch aus, das deutlich breiter als der Ballen ist, und lockere den angrenzenden Boden sorgfältig auf. Setze den Baum nicht tiefer ein, als er zuvor im Pflanzgefäß gestanden hat.
Fülle das Pflanzloch mit Erde auf, drücke diese vorsichtig an und gieße anschließend durchdringend. Eine Mulchschicht kann die Bodenfeuchtigkeit länger bewahren. Halte dabei etwas Abstand zu den Stämmen, damit sich an der Pflanzenbasis keine dauerhafte Nässe sammelt.
Einpflanzen im Beet
Wähle einen sonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Standort. Eine Süd- oder Westlage vor einer wärmespeichernden Hauswand bietet besonders günstige Bedingungen.
Der Seidenbaum entwickelt eine breite Krone und vergleichsweise empfindliche Äste. Plane deshalb ausreichend Abstand zu Gebäuden, Wegen und benachbarten Gehölzen ein. Ein geschützter Standort verringert außerdem die Gefahr von Schäden durch starken Wind, nassen Schnee oder Eis.
Bei schweren und verdichteten Böden solltest du den gesamten Pflanzbereich lockern. Eine Drainageschicht allein reicht nicht aus, wenn Wasser unterhalb des Pflanzlochs nicht abfließen kann.
Je nach Größe und Windbelastung kann der mehrstämmige Baum während der Anwuchsphase eine lockere Stabilisierung benötigen. Die einzelnen Stämme dürfen dabei nicht fest zusammengeschnürt werden.
Umtopfen
Albizia julibrissin kann in einem ausreichend großen und standfesten Kübel kultiviert werden. Das Gefäß muss mehrere Abzugslöcher besitzen. Eine Drainageschicht aus Kies, Blähton oder einem vergleichbaren Material unterstützt den Abfluss überschüssigen Wassers.
Topfe den Seidenbaum vorzugsweise im Frühjahr um, sobald das vorhandene Gefäß deutlich durchwurzelt ist. Da die Wurzeln empfindlich auf größere Störungen reagieren können, solltest du den Ballen möglichst intakt lassen.
Verwende ein humoses, strukturstabiles und gut durchlässiges Substrat mit einem mineralischen Anteil. Setze den Wurzelballen auf der bisherigen Höhe ein und gieße anschließend gründlich an.
Die Kübelhaltung begrenzt das Wachstum, verhindert eine breite Kronenentwicklung aber nicht vollständig. Kontrolliere deshalb regelmäßig die Standfestigkeit des Gefäßes.
Pflegehinweise
Standort
Der Seidenbaum bevorzugt einen vollsonnigen, warmen und geschützten Standort. Viele Sonnenstunden und hohe Sommertemperaturen schaffen günstige Bedingungen für die Blütenbildung. Im Halbschatten kann die Pflanze wachsen, die Blüte fällt dort jedoch möglicherweise später oder geringer aus.
Kalte Zugluft und starke Winterwinde erhöhen das Risiko von Frost- und Trockenschäden. Auch die vergleichsweise bruchempfindlichen Äste profitieren von einem windgeschützten Platz.
Boden
Ideal ist ein lockerer, mäßig nährstoffreicher und gut durchlässiger Boden. Der Seidenbaum passt sich sauren, neutralen und kalkhaltigen Böden an, solange keine anhaltende Staunässe entsteht.
Sehr schwere Böden sollten vor der Pflanzung großflächig gelockert und strukturell verbessert werden. Im Kübel muss überschüssiges Wasser jederzeit abfließen können.
Gießen
Gieße frisch gepflanzte Seidenbäume während der Anwuchsphase regelmäßig und durchdringend. Zwischen den Wassergaben darf die obere Bodenschicht leicht antrocknen, der Wurzelballen sollte jedoch nicht vollständig austrocknen.
Gut eingewurzelte Pflanzen können vorübergehend trockenere Bodenverhältnisse tolerieren. Während längerer Hitze- und Trockenperioden benötigen sie dennoch zusätzlich Wasser. Das Zusammenfalten der Blätter während des Tages kann auf Trockenstress hinweisen.
Kübelpflanzen müssen häufiger kontrolliert werden, da ihr begrenztes Substrat schneller austrocknet. Staunässe sollte in jeder Kulturform vermieden werden.
Düngung
Im Garten reicht auf einem mäßig nährstoffreichen Boden meist eine zurückhaltende Düngung im Frühjahr. Geeignet sind etwas reifer Kompost oder ein organischer Langzeitdünger.
Kübelpflanzen können während der Wachstumsperiode bedarfsgerecht mit einem geeigneten Flüssigdünger versorgt werden. Eine Gabe alle vier bis sechs Wochen ist nur erforderlich, wenn das verwendete Substrat keinen Langzeitdünger enthält.
Ab dem Spätsommer sollte nicht mehr gedüngt werden, damit junge Triebe vor dem Winter ausreifen können. Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann weiche und frostempfindliche Triebe fördern.
Rückschnitt
Der mehrstämmige Seidenbaum entwickelt seine charakteristische, schirmartige Krone am besten ohne regelmäßigen starken Formschnitt. Entferne hauptsächlich abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder ungünstig wachsende Äste.
Notwendige Korrekturen kannst du im Frühjahr vor dem kräftigen Austrieb und nach dem Ende stärkerer Frostperioden vornehmen. Schneide einzelne Äste gezielt an ihrer Basis oder an einer geeigneten Verzweigung ab.
Ein starker, gleichmäßiger Rückschnitt aller Äste ist nicht empfehlenswert. Er verändert den natürlichen Kronenaufbau und kann zahlreiche lange, instabile Neutriebe fördern. Größere Schnittmaßnahmen sollten fachgerecht ausgeführt werden.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Albizia julibrissin wird hinsichtlich der Frosthärte häufig in einen Bereich von ungefähr –5 bis –10 °C eingeordnet. Diese Angabe ist keine Garantie: Sorte, Alter, Standort, Frostdauer, Wind und Bodenfeuchtigkeit beeinflussen, ob Schäden entstehen.
Ältere, gut eingewurzelte Exemplare überstehen kurze Frostperioden an einem geschützten Standort besser als junge oder frisch gepflanzte Bäume. In rauen Regionen und bei länger anhaltendem Frost können Triebe zurückfrieren.
Decke den Wurzelbereich junger Pflanzen mit Laub, Mulch oder Reisig ab. Die Krone kann bei angekündigtem starkem Frost vorübergehend mit einem atmungsaktiven Vlies geschützt werden. Frostgeschädigte Triebe solltest du erst im Frühjahr entfernen, wenn der neue Austrieb erkennen lässt, welche Bereiche tatsächlich abgestorben sind.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker frostgefährdet als im Gartenboden. Eine ausschließlich im Freien durchgeführte Überwinterung ist deshalb nur in milden Lagen und mit guter Isolierung empfehlenswert.
Stelle das Gefäß an einen wind- und regengeschützten Platz, isoliere es mit Jute oder Vlies und verwende eine Unterlage aus Holz oder einem vergleichbaren Material. Sicherer ist ein kühler, frostfreier Überwinterungsplatz.
Da der Seidenbaum im Herbst sein Laub verliert, benötigt er während der Winterruhe nur wenig Wasser. Halte den Wurzelballen leicht feucht, aber nicht nass. Im Winter wird nicht gedüngt.
Fazit
Der mehrstämmige Seidenbaum – Albizia julibrissin – setzt mit seinen gefiederten Blättern, der nächtlichen Blattbewegung und den rosa bis pinkfarbenen Blütenständen einen außergewöhnlichen Akzent. Seine mehreren Stämme und die später schirmartig ausladende Krone verleihen ihm einen natürlichen, eleganten Wuchs.
Besonders wichtig sind ein vollsonniger, warmer und windgeschützter Standort sowie ein zuverlässig durchlässiger Boden. In milden Regionen kann der Seidenbaum ausgepflanzt werden. In kälteren Lagen bietet die Kübelhaltung mit frostfreier Überwinterung mehr Sicherheit.