Hängende Maulbeere – Morus alba ‘Pendula’ (Hochstamm)
Wissenswertes über die Pflanze
Die Hängende Maulbeere Morus alba ‘Pendula’ ist eine besondere Wuchsform der Weißen Maulbeere. Die ursprüngliche Art stammt aus Zentralchina. Durch ihre stark herabhängenden Zweige entwickelt die Sorte eine schirmartige Krone und wird auch als Trauermaulbeere bezeichnet.
Die sommergrüne Pflanze trägt herzförmige, leicht glänzende Blätter. Ihre Krone kann sich im Laufe der Jahre deutlich in die Breite entwickeln. Die spätere Höhe wird bei veredelten Hochstämmen wesentlich durch die Höhe der Veredelungsstelle bestimmt, während die Zweige weiter nach unten und außen wachsen.
Im Frühjahr erscheinen unscheinbare grünliche Blüten. Daraus können sich im Sommer zunächst helle und später rosafarbene bis dunklere Früchte entwickeln. Vollständig ausgereifte Früchte sind essbar. Fruchtansatz, Reifezeit und Fruchtmenge können jedoch vom Standort, von der Witterung und vom Entwicklungszustand des Baumes abhängen.
Herabfallende reife Früchte können auf Terrassen, Wegen oder Gartenmöbeln Flecken hinterlassen. Berücksichtige dies bei der Wahl des Pflanzplatzes. Mit ihrer geschlossenen, überhängenden Krone kann die Hängende Maulbeere im Sommer außerdem einen beschatteten Bereich unter dem Baum bilden.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Pflanze die Hängende Maulbeere vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst an einem frostfreien Tag. Wähle einen sonnigen, warmen und möglichst vor kalten, trockenen Winden geschützten Standort. Plane ausreichend Platz für die Krone ein, da sich die überhängenden Zweige mit zunehmendem Alter deutlich ausbreiten können.
Hebe ein Pflanzloch aus, das ungefähr doppelt so breit wie der Wurzelballen ist. Lockere den Boden gründlich und verbessere sehr schwere oder stark verdichtete Erde bei Bedarf. Ein dauerhaft vernässter Standort ist nicht geeignet.
Wässere einen trockenen Wurzelballen vor dem Einsetzen gründlich. Setze den Baum so ein, dass die Oberkante des Ballens mit dem umgebenden Bodenniveau abschließt. Fülle das Pflanzloch mit Erde, drücke sie vorsichtig an und gieße anschließend durchdringend.
Ein stabiler Baumpfahl gibt dem Hochstamm während der Anwachszeit Halt. Bringe ihn möglichst bereits beim Pflanzen an und befestige den Stamm mit einer flexiblen Baumanbindung. Kontrolliere die Befestigung regelmäßig, damit sie nicht in die Rinde einschneidet.
Halte den Boden nach der Pflanzung gleichmäßig feucht. Eine Mulchschicht kann die Verdunstung reduzieren. Lasse dabei etwas Abstand zum Stamm, damit sich dort keine dauerhafte Feuchtigkeit sammelt.
Umtopfen
Für die Kübelhaltung benötigt die Hängende Maulbeere ein großes und standfestes Gefäß. Aufgrund ihrer breiten, überhängenden Krone bietet sie dem Wind eine größere Angriffsfläche. Ein schwerer Topf und ein geschützter Standort verbessern deshalb die Standsicherheit.
Topfe den Baum um, wenn das Gefäß stark durchwurzelt ist, das Wachstum nachlässt oder Wasser nur noch schlecht aufgenommen wird. Ein fester Zeitabstand ist nicht erforderlich. Kontrolliere den Wurzelballen stattdessen regelmäßig.
Der neue Topf sollte ungefähr 5 bis 10 cm mehr Durchmesser besitzen und über mehrere offene Abzugslöcher verfügen. Verwende nährstoffhaltige, strukturstabile und gut durchlässige Kübelpflanzenerde. Eine Schicht aus Blähton oder mineralischem Material kann den Wasserabfluss unterstützen, ersetzt aber keine offenen Abzugslöcher.
Setze den Wurzelballen auf gleicher Höhe wie zuvor ein, fülle das Substrat auf und gieße gründlich an. Überschüssiges Wasser muss jederzeit vollständig ablaufen können.
Pflegehinweise
Standort
Ein sonniger, warmer und geschützter Platz bietet gute Voraussetzungen für die Entwicklung der Krone und der Früchte. Halbschatten wird toleriert, kann aber zu einem lockereren Wuchs und einem geringeren Fruchtansatz führen.
Berücksichtige bei der Standortwahl die spätere Kronenbreite und mögliche Verfärbungen durch herabfallende Früchte. Direkt über häufig genutzten Sitzplätzen, hellen Terrassenbelägen oder geparkten Fahrzeugen kann dies störend sein.
Boden
Geeignet ist ein humoser, nährstoffhaltiger und gut durchlässiger Gartenboden. Die Erde sollte frisch bis mäßig feucht bleiben, ohne dauerhaft nass zu sein. Staunässe kann die Wurzeln schädigen und sollte vermieden werden.
Gießen
Gieße den Baum während der Anwachsphase regelmäßig und durchdringend. Auch eingewurzelte Exemplare benötigen bei längeren trockenen und heißen Witterungsphasen zusätzliches Wasser.
Im Kübel trocknet der Wurzelballen schneller aus. Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit deshalb häufiger und lasse die Erde weder vollständig austrocknen noch dauerhaft vernässen.
Düngung
Im Frühjahr kann eine Gabe Kompost oder organischer Langzeitdünger die Nährstoffversorgung unterstützen. Auf nährstoffreichen Gartenböden ist eine zusätzliche Düngung häufig nicht erforderlich.
Kübelpflanzen benötigen während der Wachstumszeit eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Beachte dabei die Dosierungsangaben des verwendeten Düngers.
Rückschnitt
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht zwingend erforderlich. Entferne bei Bedarf abgestorbene, beschädigte oder ungünstig wachsende Zweige und kürze bodenaufliegende Triebe maßvoll ein.
Maulbeerbäume können bei einem zu späten Winterschnitt stark Saft verlieren. Führe notwendige Schnittmaßnahmen deshalb vorzugsweise nach dem Laubfall im Spätherbst oder frühen Winter durch. Stärkere Eingriffe können die charakteristische Kronenform verändern und sollten zurückhaltend erfolgen.
Winterschutz
Gut eingewurzelte Exemplare können an einem geschützten Standort ungefähr −10 bis −15 °C vertragen. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt jedoch unter anderem von der Dauer des Frostes, dem Standort, der Bodenfeuchtigkeit und dem Entwicklungszustand der Pflanze ab.
Junge, frisch gepflanzte und im Kübel kultivierte Bäume benötigen früher Schutz als ältere, im Beet etablierte Exemplare.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Eine gut angewachsene Hängende Maulbeere kann in vielen Regionen im Freiland überwintern. In den ersten Standjahren empfiehlt sich eine lockere Schicht aus Laub, Mulch oder Reisig über dem Wurzelbereich. Halte das Material mit etwas Abstand zum Stamm.
Bei starken oder länger anhaltenden Frostperioden kann die Krone zusätzlich mit einem atmungsaktiven Winterschutzvlies geschützt werden. Gieße bei längerer trockener Witterung an frostfreien Tagen mäßig.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker Frost und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Stelle das Gefäß an eine windgeschützte Hauswand, platziere es auf isolierenden Topffüßen und umwickle den Topf mit Jute, Kokosmatten oder geeignetem Winterschutzvlies.
In Regionen mit langen oder sehr kalten Frostperioden ist ein heller, kühler und frostgeschützter Überwinterungsplatz die sicherere Wahl. Gieße während des Winters sparsam, lasse den Wurzelballen aber nicht vollständig austrocknen.
Fazit
Die Hängende Maulbeere Morus alba ‘Pendula’ fällt durch ihre schirmartige Krone, die herabhängenden Zweige und ihre sommergrüne Belaubung auf. Unter geeigneten Bedingungen können sich im Sommer essbare Früchte entwickeln, deren Saft auf hellen Oberflächen Flecken hinterlassen kann.
Als Hochstamm eignet sie sich besonders für die Einzelstellung in Gärten und Vorgärten. Ein sonniger, geschützter Standort, ein durchlässiger Boden und eine zuverlässige Wasserversorgung während der Anwachszeit schaffen gute Voraussetzungen für ihre weitere Entwicklung.