Waldkiefer – Pinus sylvestris (Mehrstämmig)
Wissenswertes über die Pflanze
Die Waldkiefer Pinus sylvestris ist ein immergrünes Nadelgehölz mit einer besonders charakteristischen Kronen- und Rindenentwicklung. In der mehrstämmigen Erziehungsform wachsen mehrere aufrechte Hauptstämme aus dem unteren Bereich der Pflanze. Dadurch entsteht mit zunehmendem Alter ein individuelles und malerisches Erscheinungsbild.
Junge Waldkiefern besitzen zunächst einen eher aufrechten und regelmäßigeren Wuchs. Später wird die Krone lockerer, breiter und zunehmend unregelmäßig. Bei frei stehenden Exemplaren können auch die unteren Äste länger erhalten bleiben. Die spätere Form hängt deutlich vom verfügbaren Platz, vom Lichteinfall und von der Erziehung in der Baumschule ab.
Die leicht gedrehten Nadeln stehen paarweise zusammen und sind blaugrün bis graugrün gefärbt. Da die Waldkiefer immergrün ist, behält sie auch im Winter einen großen Teil ihrer Nadeln. Ältere Nadeljahrgänge werden jedoch regelmäßig gelb oder braun und anschließend abgestoßen.
Besonders auffällig ist die Rinde. Am unteren Stammbereich wird sie im Alter gröber und grau- bis rotbraun. Die oberen Stammabschnitte und stärkeren Äste entwickeln dagegen eine warme orangebraune Färbung, die besonders während der Wintermonate gut sichtbar ist.
Im Mai erscheinen die eher unauffälligen männlichen und weiblichen Blütenstände. Später entwickeln sich eiförmige, graubraune bis braune Zapfen mit einer Länge von ungefähr 3–6 cm.
Bei freiem Wuchs kann die Waldkiefer langfristig etwa 20–30 m hoch und 10–15 m breit werden. Die mehrstämmige Form bleibt nicht automatisch kleiner als ein einstämmiger Baum. Sie entwickelt sich jedoch häufig breiter und besitzt eine stärker gegliederte Silhouette.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Wähle einen vollsonnigen Standort mit ausreichend Platz für die spätere Kronenentwicklung. Die Waldkiefer benötigt direktes Licht, damit sich ihre charakteristische Wuchsform gleichmäßig entwickeln kann.
Das Pflanzloch sollte ungefähr doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Lockere verdichteten Boden gründlich auf. Bei schwerem oder schlecht durchlässigem Boden kann mineralisches Material eingearbeitet werden, um den Wasserabzug zu verbessern.
Setze die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließt. Ein zu tiefes Einpflanzen sollte vermieden werden. Fülle das Pflanzloch mit dem gelockerten Aushub und drücke die Erde vorsichtig an.
Gieße die Waldkiefer anschließend gründlich. Größere mehrstämmige Exemplare sollten während der Anwachsphase mit einer geeigneten Sicherung stabilisiert werden. Diese darf die einzelnen Hauptstämme nicht einschnüren oder gegeneinander drücken.
Umtopfen
Junge Waldkiefern können vorübergehend in einem großen und standfesten Pflanzgefäß kultiviert werden. Das Gefäß benötigt mehrere Abzugslöcher und eine zuverlässige Drainage.
Topfe die Pflanze um, wenn der Kübel vollständig durchwurzelt ist, kaum noch Wasser aufnimmt oder nicht mehr standsicher steht. Wähle jeweils ein nur entsprechend größeres Gefäß.
Aufgrund der langfristigen Höhe und Breite ist die Waldkiefer für eine dauerhafte Kübelhaltung nur eingeschränkt geeignet. Im Gartenboden kann sie ihr Wurzelsystem und ihre charakteristische Krone besser entwickeln.
Pflegehinweise
Standort
Ein vollsonniger Standort ist besonders wichtig. Bei Lichtmangel können die Triebe schwächer wachsen und die unteren Äste früher verkahlen. Auch windoffene Standorte werden im Allgemeinen gut vertragen.
Boden
Die Waldkiefer wächst in unterschiedlichen Bodenarten. Besonders geeignet ist ein gut durchlässiger, eher leichter und mäßig trockener bis frischer Boden. Auch nährstoffärmere oder sandige Böden können geeignet sein.
Anhaltende Staunässe und stark verdichtete Böden sollten vermieden werden. Auf dauerhaft nassen Standorten können die Wurzeln geschädigt werden.
Gießen
Gieße die Waldkiefer während der Anwachsphase regelmäßig und durchdringend. Der gesamte Wurzelballen sollte erreicht werden. Zwischen den Wassergaben darf die obere Bodenschicht leicht abtrocknen.
Gut eingewachsene Exemplare kommen mit vorübergehend trockeneren Bodenverhältnissen zurecht. Während längerer heißer und niederschlagsarmer Perioden sollte dennoch zusätzlich gegossen werden.
Düngung
Auf durchschnittlichen Gartenböden ist meist nur wenig zusätzliche Düngung erforderlich. Eine maßvolle Gabe Kompost oder Koniferendünger im Frühjahr kann den Austrieb unterstützen. Eine übermäßige stickstoffbetonte Düngung sollte vermieden werden.
Rückschnitt
Die natürliche Kronenform entwickelt sich ohne regelmäßigen Formschnitt. Entferne abgestorbene, beschädigte oder sich ungünstig kreuzende Äste. Bei der mehrstämmigen Form sollten die kräftigen und gut positionierten Hauptstämme erhalten bleiben.
Soll der Wuchs vorsichtig begrenzt werden, können die noch weichen jungen Austriebe im Frühjahr oder Frühsommer teilweise eingekürzt werden. Starke Schnitte bis in unbenadeltes altes Holz sollten vermieden werden, da dort häufig kein zuverlässiger Neuaustrieb erfolgt.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Ausgepflanzt und gut angewachsen ist die Waldkiefer bis unter −30 °C winterhart. Ein besonderer Winterschutz ist bei etablierten Pflanzen normalerweise nicht erforderlich.
Junge Pflanzen können in den ersten Standjahren von einer Mulchschicht über dem Wurzelbereich profitieren. Das Material sollte nicht unmittelbar an den Stämmen anliegen. Bei trockener Witterung sollte auch im Winter an frostfreien Tagen die Bodenfeuchtigkeit kontrolliert werden.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker Frost und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Stelle das Gefäß geschützt auf und umhülle es bei starkem Frost mit einem isolierenden Material.
Eine Unterlage aus Holz oder einem anderen dämmenden Werkstoff schützt zusätzlich vor Bodenkälte. Der Wurzelballen darf während des Winters nicht vollständig austrocknen, sollte aber auch nicht dauerhaft nass bleiben.
Fazit
Die mehrstämmige Waldkiefer verbindet blaugrüne Nadeln mit einer auffälligen orangebraunen Rinde und einer im Alter zunehmend lockeren Kronenform. Mehrere Hauptstämme verleihen jedem Exemplar eine individuelle Silhouette.
Mit einem vollsonnigen Standort, einem gut durchlässigen Boden und ausreichend Platz eignet sie sich als markanter Solitär für größere Gärten und weitläufige Grundstücke.