Nelkenzierkirsche - Prunus ‘Kanzan’ (Mehrstämmig)
Wissenswertes über die Pflanze
Die Japanische Zierkirsche ‘Kanzan’ zählt zu den bekanntesten rosafarben blühenden Zierkirschen. Im Frühjahr trägt sie große, dicht gefüllte Blütenbüschel, die sich an den aufrecht wachsenden Zweigen verteilen. Junge Bäume entwickeln zunächst eine trichter- bis vasenförmige Krone, die mit zunehmendem Alter breiter und rundlicher werden kann.
Die Sorte wird botanisch häufig als Prunus serrulata ‘Kanzan’ und inzwischen teilweise auch als Prunus ‘Kanzan’ geführt. Sie stammt aus Japan und gehört zur Familie der Rosengewächse. Die Bezeichnungen ‘Kwanzan’ und ‘Sekiyama’ werden gelegentlich als Synonyme verwendet.
Im Frühjahr erscheinen große, intensiv rosafarbene Blüten in dichten Büscheln. Jede einzelne Blüte besitzt zahlreiche Blütenblätter. Der genaue Blütezeitpunkt und die Blütendauer hängen von Region, Temperatur, Standort und Witterungsverlauf ab. Spätfröste, starker Wind und anhaltender Regen können die Blütezeit verkürzen.
Einzelne Insektenbesuche sind möglich, der Zugang zu den Blütenorganen ist jedoch stärker eingeschränkt als bei einfach blühenden Gehölzen.
Nach der Blüte entfalten sich bronzefarbene bis rötliche junge Blätter, die sich später dunkelgrün färben. Im Herbst kann das Laub gelbe, orangefarbene oder bronzefarbene Töne annehmen. Die Intensität der Färbung ist vom Standort und vom Witterungsverlauf abhängig. Früchte entstehen bei dieser gefüllten Ziersorte normalerweise nicht oder nur sehr vereinzelt.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Pflanze deine Zierkirsche vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei und nicht wassergesättigt ist. Wässere den Wurzelballen vor der Pflanzung gründlich. Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit wie der Ballen sein, muss aber nicht tiefer ausgehoben werden.
Lockere den Boden im Umfeld des Pflanzlochs, damit die Wurzeln in das angrenzende Erdreich hineinwachsen können. Eine pauschale Einordnung als Tiefwurzler ist bei veredelten Zierkirschen nicht sinnvoll, da die Entwicklung des Wurzelsystems unter anderem von der verwendeten Unterlage, dem Boden und der Wasserversorgung abhängt.
Setze die Pflanze so tief ein, wie sie zuvor im Topf oder in der Baumschule gestanden hat. Eine erkennbare Veredelungsstelle muss oberhalb der späteren Bodenoberfläche bleiben. Fülle das Pflanzloch mit der gelockerten Erde, drücke sie vorsichtig an und gieße anschließend durchdringend.
Eine lockere Mulchschicht kann die Verdunstung verringern und unerwünschten Aufwuchs im unmittelbaren Wurzelbereich begrenzen. Lasse rund um den Stamm etwas Abstand, damit die Rinde nicht dauerhaft feucht bleibt.
Größere Jungbäume sollten während der Anwachsphase mit einem geeigneten Pfahl stabilisiert werden. Die Bindung muss ausreichend locker sitzen und regelmäßig kontrolliert werden, damit sie nicht in den Stamm einwächst.
Der notwendige Abstand zu Gebäuden, Leitungen und befestigten Flächen lässt sich nicht pauschal mit zwei Metern festlegen. Berücksichtige die erwartete Kronenbreite, die verwendete Unterlage, den verfügbaren Wurzelraum und die örtlichen baulichen Vorgaben.
Umtopfen
Eine Kultur im Kübel ist hauptsächlich bei jüngeren Pflanzen und für einen begrenzten Zeitraum möglich. Verwende ein großes, standfestes Gefäß mit mehreren Abzugslöchern und einer Drainageschicht. Als Substrat eignet sich eine strukturstabile, humose und gut durchlässige Kübelpflanzenerde.
Topfe die Pflanze im Frühjahr um, wenn der Kübel stark durchwurzelt ist oder das Substrat seine lockere Struktur verloren hat. Der neue Topf sollte im Durchmesser nur einige Zentimeter größer sein.
Da ‘Kanzan’ langfristig eine ausladende Krone und eine beträchtliche Größe entwickeln kann, ist die dauerhafte Haltung auf einem kleinen Balkon oder in einem begrenzten Kübel nicht empfehlenswert. Im Gartenboden kann sich die Pflanze in der Regel besser entwickeln.
Pflegehinweise
Standort
Wähle einen möglichst sonnigen Standort. Ein heller Halbschatten wird toleriert, an einem vollsonnigen Platz kann der Blütenansatz jedoch stärker ausfallen. Eine bestimmte Blütenmenge lässt sich nicht garantieren, da auch Pflanzenalter, Rückschnitt und Witterung eine Rolle spielen.
Ein luftiger, nicht dauerhaft zugiger Standort ist günstig. Kalter Wind kann die Blüten beeinträchtigen, während eine ausreichende Luftbewegung dabei hilft, nasses Laub schneller abtrocknen zu lassen.
Boden
Die Japanische Zierkirsche bevorzugt einen mäßig nährstoffreichen, humosen und gleichmäßig frischen Boden mit guter Wasserdurchlässigkeit. Sandige, lehmige und tonhaltige Böden können geeignet sein, sofern sie weder dauerhaft vernässen noch stark verdichtet sind.
Sehr schwere Böden solltest du großflächig lockern und ihre Struktur mit geeignetem mineralischem und organischem Material verbessern. Eine kleine Schicht Sand oder Kies direkt unter dem Wurzelballen reicht bei einem grundsätzlich verdichteten Boden nicht aus und kann das Wasser im Pflanzloch sogar zurückhalten.
Gießen
Gieße frisch gepflanzte Zierkirschen regelmäßig und durchdringend. Der Wurzelballen sollte während der Anwachsphase nicht vollständig austrocknen.
Auch eingewurzelte Exemplare benötigen während lang anhaltender Hitze und Trockenheit zusätzliches Wasser. Gieße lieber seltener und gründlich als häufig in kleinen Mengen. Staunässe solltest du vermeiden, da dauerhaft nasse Böden die Wurzeln schädigen können.
Kübelpflanzen müssen häufiger kontrolliert werden, weil das begrenzte Substrat schneller austrocknet.
Düngung
Auf einem normal versorgten Gartenboden genügt im Frühjahr meist eine Gabe reifen Komposts oder organischen Langzeitdüngers. Eine zusätzliche Düngung ist nur bei erkennbar schwachem Wachstum oder einem nachgewiesenen Nährstoffmangel erforderlich.
Vermeide eine übermäßige Stickstoffdüngung, da sie lange, weiche Triebe fördern kann. Kübelpflanzen kannst du während der Wachstumsphase bedarfsgerecht mit einem geeigneten Flüssig- oder Langzeitdünger versorgen. Beachte dabei die Dosierungsangaben des Produkts.
Rückschnitt
Die Zierkirsche ‘Kanzan’ benötigt normalerweise keinen regelmäßigen Formschnitt. Entferne lediglich abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder ungünstig nach innen wachsende Äste.
Notwendige Schnittmaßnahmen führst du am besten bei trockenem Wetter im Sommer durch. Zu diesem Zeitpunkt können die Wunden schneller verheilen und das Risiko einer Infektion mit der Silberblattkrankheit wird gegenüber einem Winterschnitt verringert.
Schneide stets mit sauberem, scharfem Werkzeug und entferne keine größeren Kronenteile auf einmal. Ein starker Rückschnitt kann die natürliche Wuchsform beeinträchtigen, kräftige Neutriebe auslösen und die folgende Blüte verringern.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Eine gut eingewurzelte Japanische Zierkirsche ‘Kanzan’ ist an einem geeigneten Standort in Mitteleuropa in der Regel gut winterhart. Ihre tatsächliche Frostverträglichkeit hängt jedoch unter anderem von Pflanzenalter, Unterlage, Standort, Dauer der Kälte und vorherigem Witterungsverlauf ab.
Junge oder frisch gepflanzte Bäume kannst du in den ersten Wintern mit einer Mulchschicht im Wurzelbereich schützen. An frostfreien Tagen sollte bei längerer Trockenheit gelegentlich gegossen werden. Dauerhafte winterliche Staunässe ist zu vermeiden.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker Frost und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Stelle das Gefäß windgeschützt auf eine isolierende Unterlage und umwickle es bei stärkerem Frost mit Jute, Kokosmatten oder einem geeigneten Schutzvlies.
Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit auch im Winter und gieße an frostfreien Tagen sparsam. Der Wurzelballen sollte weder vollständig austrocknen noch dauerhaft nass bleiben.
Fazit
Prunus ‘Kanzan’ setzt mit ihren dicht gefüllten, rosafarbenen Blüten und ihrer später breiter werdenden Krone einen auffälligen Akzent im Garten. Im weiteren Jahresverlauf ergänzen der bronzefarbene Austrieb und die mögliche gelb-orange Herbstfärbung das Erscheinungsbild. An einem sonnigen Standort mit humosem, gleichmäßig frischem und gut durchlässigem Boden kann sich die Zierkirsche langfristig zu einem ausdrucksstarken Solitär entwickeln.