Lagerströmie – Lagerstroemia indica
Wissenswertes über die Lagerströmie
Die Lagerströmie Lagerstroemia indica ist ein sommergrünes Blütengehölz, das sich durch seine rispenförmige Sommerblüte, seine mögliche Herbstfärbung und seine im Alter zunehmend auffällige Rinde auszeichnet. Die Sorten ‘Dynamite’, ‘Purpurea’ und ‘Rosea Grassi’ unterscheiden sich vor allem durch ihre Blütenfarbe und teilweise durch ihren Wuchs.
Als mehrstämmig erzogene Pflanzen entwickeln die Lagerströmien mehrere aufrechte Haupttriebe. Diese bilden mit zunehmendem Alter eine lockere, rundliche bis ausladende Krone. Nach dem Laubfall kommt die mehrstämmige Wuchsform besonders deutlich zur Geltung.
Je nach Sorte erscheinen die Blüten in kräftigem Rot, dunklem Rosapurpur oder intensivem Dunkelrosa. Der genaue Blühbeginn und die Dauer der Blüte hängen insbesondere von Wärme, Sonneneinstrahlung und Witterung ab. In warmen und sonnigen Sommern fällt die Blüte häufig früher und stärker aus als in kühlen oder sonnenarmen Jahren.
Die jungen Blätter können beim Austrieb bronze- bis rötlich gefärbt sein und werden später glänzend grün. Im Herbst sind abhängig von Sorte, Standort und Witterung gelbe, orangefarbene oder rötliche Farbtöne möglich.
Bei älteren Pflanzen beginnt sich die glatte Rinde stellenweise abzulösen. Dadurch werden verschiedenfarbige Bereiche in Grau-, Beige- und Brauntönen sichtbar. Diese Rindenzeichnung bildet besonders während der laublosen Wintermonate einen auffälligen Kontrast zur verzweigten Wuchsform.
Die Sorte Lagerstroemia indica ‘Whit II’ wird unter dem Namen Dynamite angeboten. Sie bildet kräftig rote bis kirschrote Blüten in großen, aufrechten Rispen. Ihr Wuchs ist zunächst aufrecht und wird mit zunehmendem Alter breiter. Unter günstigen Bedingungen entwickelt sie sich zu einem großen Strauch oder kleinen Baum.
‘Purpurea’ trägt dunkel rosapurpurfarbene bis violett-purpurfarbene Blüten. Sie wächst strauchig bis aufrecht und kann als mehrstämmig erzogene Pflanze eine breite, locker verzweigte Krone bilden. Bei älteren Exemplaren wird die glatte, beige bis braunrot gezeichnete Rinde zunehmend sichtbar.
‘Rosea Grassi’ zeichnet sich durch intensiv dunkelrosa und gefüllte Blüten aus. Die Sorte wächst kräftig und aufrecht und kann als mehrstämmig erzogene Pflanze eine lockere, später breiter werdende Krone entwickeln.
Abhängig von Sorte, Standort und Klima können die Pflanzen im Laufe vieler Jahre ungefähr 3–6 m hoch werden. ‘Rosea Grassi’ kann unter günstigen Bedingungen auch darüber hinauswachsen. Die tatsächliche Endgröße wird zusätzlich von der Erziehungsform und vom Rückschnitt beeinflusst.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Wähle einen vollsonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Standort. Direkte Sonneneinstrahlung und sommerliche Wärme sind besonders wichtig für die Entwicklung der Blüten und das Ausreifen der jungen Triebe.
Ein Platz vor einer nach Süden oder Westen ausgerichteten Hauswand kann zusätzliche Wärme speichern und die Pflanze vor kaltem Wind schützen. Berücksichtige bei der Standortwahl die mögliche spätere Höhe und Breite der Lagerströmie.
Das Pflanzloch sollte ungefähr doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Lockere verdichteten Boden gründlich auf. Sehr schwere Erde kann bei Bedarf mit geeignetem mineralischem Material verbessert werden, damit überschüssiges Wasser zuverlässiger abläuft.
Setze die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens ungefähr mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließt. Fülle das Pflanzloch mit dem gelockerten Aushub, drücke die Erde vorsichtig an und gieße anschließend gründlich.
Größere mehrstämmige Exemplare können während der Anwachsphase mit einer geeigneten Sicherung stabilisiert werden. Diese darf die einzelnen Haupttriebe nicht einschnüren oder gegeneinander drücken.
Umtopfen
Lagerströmien können in einem ausreichend großen und standfesten Kübel kultiviert werden. Das Pflanzgefäß benötigt mehrere Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser zuverlässig abfließen kann. Eine Drainageschicht kann den Wasserabzug zusätzlich unterstützen.
Topfe die Pflanze um, wenn der Kübel stark durchwurzelt ist, das Substrat kaum noch Wasser aufnimmt oder das Verhältnis zwischen Krone und Gefäß nicht mehr standsicher ist. Das neue Gefäß sollte nur entsprechend größer gewählt werden. In einem deutlich zu großen Kübel kann das Substrat über längere Zeit nass bleiben.
Aufgrund ihrer möglichen Endgröße entwickeln sich die Sorten langfristig meist besser im Gartenboden. Bei einer dauerhaften Kübelhaltung sind ein ausreichend großes Gefäß, regelmäßige Bewässerung und ein geeigneter Winterschutz erforderlich.
Pflegehinweise
Standort
Ein vollsonniger, warmer und geschützter Standort bietet die besten Voraussetzungen für Wachstum und Blüte. An einem zu schattigen Platz können die Lagerströmien weniger Blüten entwickeln. Kalte Zugluft und dauerhaft windoffene Standorte sollten vermieden werden.
Boden
Geeignet ist ein humoser, mäßig nährstoffreicher und gut durchlässiger Boden. Während der Wachstumszeit darf die Erde frisch bis mäßig feucht sein. Anhaltende Staunässe sollte zu jeder Jahreszeit vermieden werden.
Gießen
Gieße die Lagerströmie nach dem Einpflanzen regelmäßig und durchdringend, damit der gesamte Wurzelballen erreicht wird. Zwischen den Wassergaben darf die obere Bodenschicht leicht abtrocknen.
Gut angewachsene Pflanzen sollten insbesondere während längerer warmer und trockener Perioden zusätzlich bewässert werden. Kübelpflanzen benötigen häufiger Wasser, da ihr begrenzter Wurzelraum schneller austrocknet. Vermeide sowohl vollständiges Austrocknen als auch dauerhaft stehendes Wasser.
Düngung
Eine maßvolle Gabe Kompost oder Gehölzdünger im Frühjahr kann den Austrieb unterstützen. Kübelpflanzen können während der Wachstumszeit bedarfsgerecht mit einem geeigneten Dünger versorgt werden.
Eine übermäßige oder zu späte stickstoffbetonte Düngung sollte vermieden werden. Sie kann ein starkes Triebwachstum fördern und dazu führen, dass junge Triebe vor dem Winter nicht ausreichend ausreifen.
Rückschnitt
Die Blüten entstehen an den neuen Trieben des jeweiligen Jahres. Ein leichter Rückschnitt kann deshalb im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb erfolgen. Entferne dabei abgestorbene, beschädigte, nach innen wachsende oder sich kreuzende Zweige.
Ein regelmäßiger starker Rückschnitt ist nicht notwendig. Sehr kräftige Eingriffe können lange Neutriebe fördern und die natürliche Kronenform beeinträchtigen. Soll die Pflanze kompakter bleiben, empfiehlt sich ein maßvoller und über mehrere Jahre verteilter Aufbau- oder Auslichtungsschnitt.
Bei mehrstämmigen Lagerströmien sollten die kräftigen Haupttriebe erhalten bleiben. Einzelne Grundtriebe werden nur entfernt, wenn sie beschädigt sind, sich gegenseitig behindern oder nicht zum gewünschten Aufbau passen.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Ausgepflanzt, gut angewachsen und an einem geschützten Standort sind die drei Sorten kurzzeitig bis etwa −15 °C winterhart. Die tatsächliche Frostverträglichkeit wird unter anderem von Sorte, Alter, Standort, Frostdauer, Bodenfeuchtigkeit und dem Ausreifezustand der Triebe beeinflusst.
Junge Pflanzen sollten in den ersten Standjahren zusätzlich geschützt werden. Decke den Wurzelbereich vor stärkeren Frösten mit einer Schicht aus Laub, Reisig oder einem geeigneten Mulchmaterial ab. Das Material sollte nicht unmittelbar an den Haupttrieben anliegen.
Bei jungen Pflanzen kann zusätzlich ein luftdurchlässiges Wintervlies verwendet werden. Bei länger anhaltendem oder stärkerem Frost können oberirdische Triebe zurückfrieren. Kontrolliere verdächtige Triebe erst nach dem Winter und schneide geschädigte Bereiche im Frühjahr bis in das gesunde Holz zurück.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker Frost und Temperaturschwankungen ausgesetzt als im Gartenboden. Stelle das Gefäß deshalb an einen geschützten Platz und umhülle es mit einem isolierenden Material. Eine Unterlage aus Holz oder einem anderen isolierenden Werkstoff kann den Kübel zusätzlich vom kalten Boden trennen.
In Regionen mit regelmäßig starken oder länger anhaltenden Frösten ist eine helle, kühle und möglichst frostfreie Überwinterung die sicherere Variante. Auch während des Winters darf der Wurzelballen nicht vollständig austrocknen. Gieße an frostfreien Tagen sparsam und vermeide Staunässe.
Fazit
Die Sorten ‘Dynamite’, ‘Purpurea’ und ‘Rosea Grassi’ bieten unterschiedliche Blütenfarben bei weitgehend vergleichbaren Standort- und Pflegeansprüchen. ‘Dynamite’ trägt kräftig rote bis kirschrote Blüten, ‘Purpurea’ blüht dunkel rosapurpurfarben bis violett-purpurfarben und ‘Rosea Grassi’ zeichnet sich durch intensiv dunkelrosa, gefüllte Blüten aus.
Ein vollsonniger, warmer und geschützter Standort sowie ein gut durchlässiger Boden sind für alle drei Sorten besonders wichtig. Mit ausreichend Platz können sie sich zu markanten mehrstämmigen Großsträuchern oder kleinen Bäumen entwickeln.