Edelflieder - Syringa vulgaris ‘Norrfjärden’ (Mehrstämmig)
Wissenswertes über die Pflanze
Der mehrstämmige Edelflieder ‘Norrfjärden’ verbindet einen kompakten, aufrechten Wuchs mit gefüllten, blauvioletten Blüten und dem typischen Fliederduft. Die in Nordschweden ausgewählte Sorte eignet sich als Solitär, für lockere Gehölzgruppen und als Bestandteil einer frei wachsenden Blütenhecke.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art Syringa vulgaris liegt in Südosteuropa. Bei ‘Norrfjärden’ handelt es sich dagegen um eine schwedische Auslese. Der Klon wurde von Ronald Karlsson in der Umgebung von Piteå in der nordschwedischen Provinz Norrbotten gefunden.
Die Sorte wächst als kompakter, dicht verzweigter und vergleichsweise aufrechter Strauch. Unter geeigneten Bedingungen kann sie langfristig etwa zwei bis drei Meter hoch werden. Die tatsächliche Größe und Breite hängen von Standort, Boden, Wasserversorgung und Schnittmaßnahmen ab.
Im späten Frühjahr öffnen sich aus rosa- bis blauvioletten Knospen gefüllte, hellblaue bis blauviolette Blüten. Sie stehen in dichten Rispen und verströmen einen ausgeprägten Fliederduft. Der genaue Blütezeitpunkt sowie Blütenmenge und Farbwirkung werden von Region, Temperatur, Pflanzenalter und Witterung beeinflusst.
Die gefüllten Blüten können von einzelnen Insekten besucht werden. Durch ihren dichten Aufbau sind die Blütenorgane jedoch weniger leicht zugänglich als bei einfach blühenden Sorten.
Auch ein dichter Strauch kann von Tieren zeitweise als Aufenthaltsort genutzt werden. Daraus lässt sich jedoch keine garantierte Nist- oder Schutzfunktion ableiten. Schnittarbeiten solltest du unabhängig davon nur durchführen, nachdem du die Pflanze sorgfältig auf besetzte Nester kontrolliert hast.
Eine Besonderheit der als schwedische E-Pflanze geführten Sorte ist ihre sortenechte Vermehrung auf eigener Wurzel. Entstehende Bodentriebe besitzen daher grundsätzlich die gleichen Sorteneigenschaften wie die Mutterpflanze und können für den mehrstämmigen Aufbau genutzt werden.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Pflanze deinen Edelflieder vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei und nicht wassergesättigt ist. Wässere den Wurzelballen vor der Pflanzung gründlich. Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit wie der Ballen sein, muss aber nicht tiefer ausgehoben werden.
Lockere den Boden im Pflanzbereich großflächig. Sehr schwere oder verdichtete Böden lassen sich mit geeignetem mineralischem Material und reifem Kompost strukturieren. Eine kleine Sandschicht direkt unter dem Wurzelballen genügt nicht, wenn der umliegende Boden weiterhin verdichtet ist.
Setze die Pflanze so tief ein, wie sie zuvor im Topf oder in der Baumschule gestanden hat. Die Oberkante des Wurzelballens sollte mit dem umliegenden Bodenniveau abschließen. Fülle das Pflanzloch mit der gelockerten Erde, drücke diese vorsichtig an und gieße anschließend durchdringend.
Eine Mulchschicht kann die Verdunstung verringern und unerwünschten Aufwuchs begrenzen. Lasse rund um die Grundtriebe etwas Abstand, damit die Rinde nicht dauerhaft feucht bleibt.
Der Edelflieder lässt sich nicht unabhängig von Boden und Anzuchtform pauschal als Herzwurzler einordnen. Auch ein fester Abstand von zwei bis drei Metern zu Gebäuden oder Leitungen ist keine allgemeingültige Sicherheitsangabe. Berücksichtige stattdessen die spätere Größe des Strauchs, den verfügbaren Wurzelraum und die örtlichen baulichen Vorgaben.
Ein Stützpfahl ist bei einem mehrstämmigen Strauch nur erforderlich, wenn der Wurzelballen nach der Pflanzung nicht ausreichend stabil steht. Bei größeren Exemplaren kann eine vorübergehende Verankerung sinnvoll sein. Bindungen müssen regelmäßig kontrolliert und nach dem sicheren Einwurzeln entfernt werden.
Umtopfen
Jüngere Pflanzen können für einen begrenzten Zeitraum in einem großen Kübel kultiviert werden. Verwende ein standfestes Gefäß mit mehreren Abzugslöchern und einer Drainageschicht. Als Substrat eignet sich eine strukturstabile, humose und gut durchlässige Kübelpflanzenerde.
Topfe den Flieder vorzugsweise im Frühjahr um, sobald das Gefäß stark durchwurzelt ist oder das Substrat seine lockere Struktur verloren hat. Der neue Kübel sollte im Durchmesser nur einige Zentimeter größer sein.
Aufgrund seines langfristigen Platzbedarfs entwickelt sich ein mehrstämmiger ‘Norrfjärden’ dauerhaft meist besser im Beet. Eine langfristige Kübelhaltung erfordert ein großes Gefäß und eine konsequente Wasser- und Nährstoffversorgung.
Pflegehinweise
Standort
Wähle einen sonnigen bis leicht halbschattigen Standort. An einem vollsonnigen Platz kann der Blütenansatz stärker ausfallen. Eine bestimmte Blütenmenge lässt sich jedoch nicht garantieren, da auch Pflanzenalter, Rückschnitt und Witterung Einfluss nehmen.
Ein luftiger Standort unterstützt das Abtrocknen der Blätter. Plane ausreichend Platz ein, damit sich der mehrstämmige Strauch ohne häufige starke Rückschnitte entwickeln kann.
Boden
‘Norrfjärden’ bevorzugt einen mäßig nährstoffreichen, humosen und gut durchlässigen Boden. Neutrale bis kalkhaltige Gartenböden sind besonders geeignet. Staunässe und dauerhaft stark saure Böden solltest du vermeiden.
Sandige Böden lassen sich mit reifem Kompost verbessern, damit sie Wasser und Nährstoffe besser speichern. Sehr schwere Böden müssen großflächig gelockert werden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.
Gießen
Gieße frisch gepflanzten Flieder während der Anwachsphase regelmäßig und durchdringend. Der Wurzelballen sollte in den ersten Standjahren nicht vollständig austrocknen.
Gut eingewurzelte Pflanzen können kurze trockene Phasen überstehen. Während lang anhaltender Hitze und Trockenheit solltest du dennoch zusätzlich wässern, insbesondere während des Austriebs und der Blütenentwicklung. Kübelpflanzen benötigen aufgrund des begrenzten Erdvolumens häufiger Wasser.
Düngung
Auf normal versorgten Gartenböden genügt im Frühjahr meist eine Gabe reifen Komposts oder organischen Langzeitdüngers. Eine weitere Düngung ist nur bei schwachem Wachstum oder einem erkennbaren Nährstoffmangel notwendig.
Vermeide eine übermäßige Stickstoffversorgung, da sie lange, weiche Triebe fördern kann. Bei Kübelpflanzen kannst du während der Wachstumsphase bedarfsgerecht einen geeigneten Flüssig- oder Langzeitdünger einsetzen.
Rückschnitt
Der Edelflieder benötigt keinen regelmäßigen starken Rückschnitt. Entferne abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder sehr dicht stehende Triebe. Notwendige Schnittmaßnahmen solltest du unmittelbar nach der Blüte durchführen, da Flieder seine Blütenknospen an den im Vorjahr entstandenen Trieben anlegt.
Verblühte Rispen kannst du aus optischen Gründen oberhalb eines kräftigen Blatt- oder Knospenpaares abschneiden. Diese Maßnahme garantiert jedoch keine stärkere Blüte im folgenden Jahr.
Zur Verjüngung einer älteren Pflanze kannst du einzelne überalterte Grundtriebe nach der Blüte bodennah entfernen. Verteile größere Verjüngungsmaßnahmen auf mehrere Jahre. Sortenechte Bodentriebe kannst du für den mehrstämmigen Aufbau stehen lassen oder entfernen, wenn der Strauch kompakter bleiben soll.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
‘Norrfjärden’ wurde in Nordschweden ausgewählt und gilt dort als Sorte für Regionen mit kalten Wintern. Eine gut eingewurzelte Pflanze kann deshalb an einem geeigneten Standort die üblichen mitteleuropäischen Winter in der Regel im Freiland überstehen.
Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt dennoch von Alter, Standort, Dauer der Kälte, Bodenfeuchtigkeit und vorherigem Witterungsverlauf ab. Junge oder frisch gepflanzte Exemplare kannst du in den ersten Wintern mit einer Mulchschicht im Wurzelbereich schützen.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel kann der Wurzelballen schneller und stärker durchfrieren als im Gartenboden. Stelle das Gefäß deshalb windgeschützt auf eine isolierende Unterlage und umwickle es bei stärkerem Frost mit Jute, Kokosmatten oder einem geeigneten Schutzvlies.
Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit auch während des Winters und gieße an frostfreien Tagen sparsam. Der Wurzelballen sollte weder vollständig austrocknen noch dauerhaft nass bleiben.
Fazit
Der mehrstämmige Edelflieder ‘Norrfjärden’ ist eine nordschwedische Auslese mit kompaktem, dicht verzweigtem Wuchs und duftenden, gefüllten Blüten in hellblauen bis blauvioletten Farbtönen. An einem sonnigen bis leicht halbschattigen Standort mit humosem, neutralem bis kalkhaltigem und gut durchlässigem Boden kann er sich zu einem charaktervollen Solitär oder Bestandteil einer frei wachsenden Blütenhecke entwickeln.