Edelflieder - Syringa vulgaris ‘Monique Lemoine’ (Mehrstämmig)
Wissenswertes über die Pflanze
Der mehrstämmige Edelflieder ‘Monique Lemoine’ fällt durch seine großen, gefüllten weißen Blütenrispen und seinen ausgeprägten Fliederduft auf. Sein breit aufrechter Wuchs macht ihn zu einem charaktervollen Solitär für sonnige Gärten und größere Pflanzflächen.
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art Syringa vulgaris liegt in Südosteuropa. ‘Monique Lemoine’ ist dagegen eine französische Zuchtsorte aus der Tradition der bekannten Fliederzüchterfamilie Lemoine in Nancy.
Die Sorte darf nicht mit dem älteren Edelflieder ‘Madame Lemoine’ verwechselt werden. Beide Sorten tragen gefüllte weiße Blüten, werden botanisch jedoch als eigenständige Sorten geführt. ‘Monique Lemoine’ entwickelt besonders große, breite Blütenrispen und wächst vergleichsweise kräftig.
Im späten Frühjahr öffnen sich aus hellen, leicht grünlich-gelben Knospen gefüllte, reinweiße Einzelblüten. Sie verströmen einen intensiven Fliederduft. Der genaue Blütezeitpunkt sowie Blütenmenge und Blütendauer hängen von Region, Standort, Pflanzenalter und Witterung ab.
Die gefüllten Blüten können von einzelnen Insekten besucht werden. Aufgrund des dichten Blütenaufbaus sind die Blütenorgane jedoch weniger leicht zugänglich als bei einfach blühenden Fliedersorten. Ohne belastbare sortenspezifische Angaben zur Pollen- und Nektarmenge sollte ‘Monique Lemoine’ daher nicht pauschal als besonders bienen- oder insektenfreundlich beworben werden.
Unter geeigneten Bedingungen kann sich die Sorte zu einem etwa drei bis vier Meter hohen und zwei bis drei Meter breiten Großstrauch oder kleinen Baum entwickeln. Die tatsächliche Endgröße hängt von Standort, Boden, Unterlage und Schnittmaßnahmen ab.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Pflanze deinen Edelflieder vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei und nicht wassergesättigt ist. Wässere den Wurzelballen vor der Pflanzung gründlich. Das Pflanzloch sollte ungefähr doppelt so breit wie der Ballen sein, muss aber nicht tiefer ausgehoben werden.
Lockere den Boden im gesamten Pflanzbereich sorgfältig. Bei schweren oder verdichteten Böden ist eine großflächige Strukturverbesserung sinnvoll. Eine kleine Schicht Sand unmittelbar unter dem Wurzelballen genügt nicht, wenn der umliegende Boden weiterhin schlecht durchlässig ist.
Setze die Pflanze so tief ein, wie sie zuvor im Topf oder in der Baumschule gestanden hat. Eine erkennbare Veredelungsstelle muss oberhalb der Bodenoberfläche bleiben. Fülle das Pflanzloch mit der gelockerten Erde, drücke diese vorsichtig an und gieße anschließend durchdringend.
Eine Mulchschicht kann die Verdunstung verringern und unerwünschten Aufwuchs begrenzen. Lasse rund um die Grundtriebe etwas Abstand, damit die Rinde nicht dauerhaft feucht bleibt.
Der notwendige Abstand zu Gebäuden, Leitungen und anderen Gehölzen richtet sich nach der erwarteten Endgröße, der gewünschten Wuchsform und den örtlichen Gegebenheiten. Plane ausreichend Raum ein, damit sich der mehrstämmige Flieder ohne häufige starke Rückschnitte entwickeln kann.
Umtopfen
Jüngere Pflanzen können für einen begrenzten Zeitraum in einem großen Kübel kultiviert werden. Verwende ein standfestes Gefäß mit mehreren Abzugslöchern und einer Drainageschicht. Als Substrat eignet sich eine strukturstabile, humose und gut durchlässige Kübelpflanzenerde.
Topfe den Edelflieder vorzugsweise im Frühjahr um, wenn der Kübel stark durchwurzelt ist oder das Substrat seine lockere Struktur verloren hat. Der neue Topf sollte im Durchmesser nur einige Zentimeter größer sein.
Da ‘Monique Lemoine’ langfristig mehrere Meter hoch und breit werden kann, entwickelt sich die Pflanze dauerhaft meist besser im Gartenboden. Eine langfristige Kübelhaltung erfordert ein entsprechend großes Gefäß sowie eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung.
Pflegehinweise
Standort
Wähle einen möglichst sonnigen Standort. Ein heller Halbschatten wird toleriert, kann jedoch zu einem geringeren Blütenansatz führen. Eine bestimmte Blütenmenge lässt sich auch in voller Sonne nicht garantieren, da zusätzlich Pflanzenalter, Rückschnitt, Spätfröste und Witterung Einfluss nehmen.
Ein luftiger Standort unterstützt das Abtrocknen der Blätter. Gleichzeitig sollte ausreichend Platz für die breit aufrechte, mehrstämmige Krone vorhanden sein.
Boden
‘Monique Lemoine’ bevorzugt einen humosen, mäßig nährstoffreichen und gut durchlässigen Gartenboden. Neutrale bis kalkhaltige Böden sind besonders geeignet. Staunässe und dauerhaft stark saure Standorte solltest du vermeiden.
Sandige Böden lassen sich mit reifem Kompost verbessern, damit sie Feuchtigkeit und Nährstoffe besser speichern. Schwere Böden müssen großflächig gelockert werden, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.
Gießen
Gieße frisch gepflanzten Flieder während der Anwachsphase regelmäßig und durchdringend. Der Wurzelballen sollte in den ersten Standjahren nicht vollständig austrocknen.
Gut eingewurzelte Pflanzen können kurze trockene Phasen überstehen. Bei lang anhaltender Hitze und Trockenheit solltest du dennoch zusätzlich wässern, insbesondere während des Austriebs und der Blütenentwicklung. Kübelpflanzen benötigen aufgrund des begrenzten Erdvolumens häufiger Wasser.
Düngung
Auf einem normal versorgten Gartenboden genügt im Frühjahr meist eine Gabe reifen Komposts oder organischen Langzeitdüngers. Eine weitere Düngung ist nur bei schwachem Wachstum oder einem erkennbaren Nährstoffmangel notwendig.
Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann lange, weiche Triebe fördern, ohne den Blütenansatz entsprechend zu verbessern. Kübelpflanzen kannst du während der Wachstumsphase bedarfsgerecht mit einem geeigneten Flüssig- oder Langzeitdünger versorgen.
Rückschnitt
Der Edelflieder benötigt keinen regelmäßigen starken Rückschnitt. Entferne lediglich abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder sehr dicht stehende Triebe.
Notwendige Schnittmaßnahmen solltest du unmittelbar nach der Blüte durchführen. Flieder bildet die Knospen für die nächste Blüte an den im Vorjahr entstandenen Trieben. Ein Schnitt im Herbst oder Spätwinter kann deshalb einen Teil der kommenden Blüte entfernen.
Verblühte Rispen kannst du aus optischen Gründen vorsichtig oberhalb eines kräftigen Blatt- oder Knospenpaares abschneiden. Diese Maßnahme garantiert jedoch keine stärkere Blüte im folgenden Jahr.
Zur Verjüngung einer älteren Pflanze kannst du einzelne überalterte Grundtriebe direkt nach der Blüte bodennah entfernen. Verteile stärkere Maßnahmen auf mehrere Jahre, damit die natürliche mehrstämmige Wuchsform erhalten bleibt.
Entstehen Triebe aus dem Wurzelbereich, solltest du prüfen, ob die Pflanze veredelt wurde. Austriebe einer fremden Unterlage können abweichende Blüten oder Blätter entwickeln und sollten direkt am Ursprung entfernt werden. Sortenechte Grundtriebe können dagegen für den mehrstämmigen Aufbau genutzt werden.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Ein gut eingewurzelter Edelflieder ‘Monique Lemoine’ kann an einem geeigneten Standort die üblichen mitteleuropäischen Winter in der Regel im Freiland überstehen. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt dennoch von Pflanzenalter, Unterlage, Standort, Dauer der Kälte und vorherigem Witterungsverlauf ab.
Junge oder frisch gepflanzte Exemplare kannst du in den ersten Wintern mit einer Mulchschicht im Wurzelbereich schützen. Spätfröste können bereits entwickelte Knospen oder junge Triebe beeinträchtigen, auch wenn die Pflanze selbst den Winter übersteht.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel kann der Wurzelballen schneller durchfrieren als im Gartenboden. Stelle das Gefäß deshalb windgeschützt auf eine isolierende Unterlage und umwickle es bei stärkerem Frost mit Jute, Kokosmatten oder einem geeigneten Schutzvlies.
Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit auch während des Winters und gieße an frostfreien Tagen sparsam. Der Wurzelballen sollte weder vollständig austrocknen noch dauerhaft nass bleiben.
Fazit
Der mehrstämmige Edelflieder ‘Monique Lemoine’ verbindet gefüllte, reinweiße Blüten mit einem ausgeprägten Fliederduft und einem breit aufrechten Wuchs. An einem sonnigen Standort mit humosem, neutralem bis kalkhaltigem und gut durchlässigem Boden kann sich die französische Zuchtsorte zu einem markanten Solitärgehölz entwickeln. Ein zurückhaltender Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte hilft dabei, die natürliche Form und die für das Folgejahr entstehenden Blütentriebe zu erhalten.