Edelflieder - Syringa vulgaris ‘Beauty of Moscow’ (Mehrstämmig)

Wissenswertes über die Pflanze

Der mehrstämmige Edelflieder ‘Beauty of Moscow’ fällt durch sein besonderes Farbspiel auf: Aus perlmuttartig rosafarbenen bis blassvioletten Knospen öffnen sich dicht gefüllte, weiße Blüten. Zusammen mit dem typischen Fliederduft und dem locker verzweigten Wuchs entsteht ein ausdrucksstarkes Solitärgehölz für sonnige Gärten und größere Pflanzflächen.

Die Sorte heißt ursprünglich Syringa vulgaris ‘Krasavitsa Moskvy’ und wird auch unter den Namen ‘Beauty of Moscow’, ‘Belle de Moscou’ oder ‘Schöne von Moskau’ angeboten. Sie wurde im 20. Jahrhundert von dem russischen Fliederzüchter Leonid Kolesnikov ausgewählt. Das natürliche Verbreitungsgebiet der zugrunde liegenden Art Syringa vulgaris liegt dagegen in Südosteuropa.

Im späten Frühjahr öffnen sich aus rosafarbenen bis blassvioletten Knospen dicht gefüllte, zunächst leicht rosé überhauchte und später überwiegend weiße Blüten. Sie stehen in aufrechten Rispen und verströmen einen intensiven Fliederduft. Blütezeit, Blütenmenge und Farbverlauf hängen von Standort, Pflanzenalter und Witterung ab.

Die gefüllten Blüten können von einzelnen Insekten besucht werden. Aufgrund des dichten Blütenaufbaus sind die Blütenorgane jedoch weniger leicht erreichbar als bei einfach blühenden Fliedersorten. Der Duft allein belegt keine bestimmte Pollen- oder Nektarmenge. 

Der Edelflieder wächst als laubabwerfender Großstrauch oder kleiner Baum. Je nach Standort, Erziehungsform und Schnitt kann er langfristig mehrere Meter hoch und breit werden. Durch die Ausbildung mehrerer Grundtriebe entsteht eine lockere, breit aufgebaute Krone.

Pflegeanleitung

Einpflanzen im Beet

Pflanze deinen Edelflieder vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei und nicht wassergesättigt ist. Wässere den Wurzelballen vor der Pflanzung gründlich. Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so breit wie der Ballen sein.

Lockere den Boden im Pflanzbereich großflächig. Schwere Böden lassen sich durch strukturstabiles mineralisches Material und reifen Kompost verbessern. Eine kleine Sandschicht unmittelbar unter dem Wurzelballen genügt nicht, wenn das umliegende Erdreich weiterhin stark verdichtet ist.

Setze die Pflanze so tief ein, wie sie zuvor im Topf oder in der Baumschule gestanden hat. Fülle das Pflanzloch mit der gelockerten Erde, drücke sie vorsichtig an und gieße anschließend durchdringend.

Eine Mulchschicht kann die Verdunstung verringern und unerwünschten Aufwuchs begrenzen. Lasse rund um die Grundtriebe etwas Abstand, damit die Rinde nicht dauerhaft feucht bleibt.

Der erforderliche Abstand zu Gebäuden und anderen Gehölzen richtet sich nach der erwarteten Endgröße, der gewünschten Wuchsform und den örtlichen Gegebenheiten. Plane genügend Raum ein, damit sich der mehrstämmige Flieder ohne häufige starke Rückschnitte entwickeln kann.

Umtopfen

Jüngere Exemplare können für einen begrenzten Zeitraum in einem großen Kübel kultiviert werden. Verwende ein standfestes Gefäß mit mehreren Abzugslöchern und einer Drainageschicht. Als Substrat eignet sich eine strukturstabile, humose und gut durchlässige Kübelpflanzenerde.

Topfe die Pflanze vorzugsweise im Frühjahr um, sobald das Gefäß stark durchwurzelt ist oder das Substrat seine lockere Struktur verloren hat. Der neue Kübel sollte im Durchmesser nur einige Zentimeter größer sein.

Da ‘Beauty of Moscow’ langfristig zu einem großen, breit wachsenden Strauch heranwachsen kann, entwickelt er sich dauerhaft meist besser im Beet. Eine langfristige Kübelhaltung erfordert ein entsprechend großes Gefäß sowie eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung.

Pflegehinweise

Standort

Wähle einen möglichst sonnigen Standort. Ein heller Halbschatten wird toleriert, kann aber zu einem geringeren Blütenansatz führen. Eine bestimmte Blütenmenge lässt sich auch an sonnigen Plätzen nicht garantieren, da Pflanzenalter, Rückschnitt, Spätfrost und Witterungsverlauf ebenfalls Einfluss nehmen.

Ein luftiger Standort unterstützt das Abtrocknen der Blätter. Plane ausreichend Platz ein, damit sich die mehrstämmige Krone entwickeln kann.

Boden

Der Edelflieder bevorzugt einen humosen, mäßig nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden. Neutrale bis kalkhaltige Böden sind besonders geeignet. Dauerhaft nasse oder stark saure Standorte können die Entwicklung beeinträchtigen.

Bei schweren Böden solltest du die Struktur und den Wasserabfluss verbessern. Sehr sandige Erde lässt sich mit reifem Kompost anreichern, damit sie Feuchtigkeit und Nährstoffe besser speichern kann.

Gießen

Gieße frisch gepflanzten Flieder während der Anwachsphase regelmäßig und durchdringend. Der Wurzelballen sollte in den ersten Standjahren nicht vollständig austrocknen.

Gut eingewurzelte Pflanzen kommen mit kurzen trockenen Phasen zurecht. Bei lang anhaltender Hitze und Trockenheit solltest du dennoch zusätzlich wässern. Das gilt besonders während des Austriebs und der Blütenentwicklung. Kübelpflanzen benötigen aufgrund des begrenzten Erdvolumens häufiger Wasser.

Düngung

Auf normal versorgten Gartenböden genügt im Frühjahr meist eine Gabe reifen Komposts oder organischen Langzeitdüngers. Eine weitere Düngung ist nur bei schwachem Wachstum oder erkennbarem Nährstoffmangel notwendig.

Eine übermäßige Stickstoffversorgung kann kräftiges Blatt- und Triebwachstum fördern, ohne den Blütenansatz entsprechend zu verbessern. Kübelpflanzen kannst du während der Wachstumsphase bedarfsgerecht mit einem geeigneten Flüssig- oder Langzeitdünger versorgen.

Rückschnitt

Der Edelflieder benötigt keinen regelmäßigen starken Rückschnitt. Entferne abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder sehr dicht stehende Triebe.

Notwendige Schnittmaßnahmen führst du unmittelbar nach der Blüte durch. Der Flieder bildet seine Blütenknospen an den im Vorjahr entstandenen Trieben. Ein Schnitt im Herbst oder Spätwinter kann deshalb einen Teil der kommenden Blüte entfernen.

Verblühte Rispen kannst du aus optischen Gründen vorsichtig oberhalb eines kräftigen Blatt- oder Knospenpaares abschneiden. Diese Maßnahme garantiert jedoch keine stärkere Blüte im folgenden Jahr.

Zur Verjüngung einer älteren, mehrstämmigen Pflanze kannst du einzelne alte Grundtriebe direkt nach der Blüte bodennah entfernen. Verteile stärkere Verjüngungsmaßnahmen auf mehrere Jahre, damit die natürliche Wuchsform erhalten bleibt.

Entstehen Triebe aus dem Wurzelbereich, solltest du prüfen, ob die Pflanze veredelt ist. Austriebe der Unterlage können andere Blätter oder Blüten entwickeln und sollten möglichst direkt am Ursprung entfernt werden. Sortenechte Grundtriebe können dagegen für den mehrstämmigen Aufbau genutzt werden.

Überwinterung

Überwinterung im Beet

Ein gut eingewurzelter Edelflieder ‘Beauty of Moscow’ ist an einem geeigneten Standort in Mitteleuropa in der Regel gut winterhart. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt jedoch von Pflanzenalter, Standort, Dauer der Kälte und vorherigem Witterungsverlauf ab.

Junge oder frisch gepflanzte Exemplare kannst du in den ersten Wintern mit einer Mulchschicht im Wurzelbereich schützen. Spätfröste können bereits entwickelte Blütenknospen oder junge Triebe beeinträchtigen, auch wenn das Gehölz selbst den Winter übersteht.

Überwinterung im Kübel

Im Kübel kann der Wurzelballen schneller und stärker durchfrieren als im Gartenboden. Stelle das Gefäß deshalb geschützt auf eine isolierende Unterlage und umwickle es bei stärkerem Frost mit Jute, Kokosmatten oder einem geeigneten Schutzvlies.

Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit auch während des Winters und gieße an frostfreien Tagen sparsam. Der Wurzelballen sollte weder vollständig austrocknen noch dauerhaft nass bleiben.

Fazit

Der mehrstämmige Edelflieder ‘Beauty of Moscow’ verbindet rosafarbene Knospen, gefüllte weiße Blüten und einen intensiven Fliederduft. An einem sonnigen Standort mit humosem, neutralem bis kalkhaltigem und gut durchlässigem Boden kann sich die russische Züchtung zu einem breit aufgebauten Solitärgehölz entwickeln. Ein zurückhaltender Schnitt unmittelbar nach der Blüte hilft dabei, die natürliche Wuchsform und die bereits für das Folgejahr entstehenden Blütentriebe zu erhalten.