Feigenbaum - Ficus carica
Wissenswertes über die Pflanze
Der Feigenbaum – Ficus carica bringt mit seinen großen, handförmigen Blättern und seinem locker verzweigten Wuchs mediterranes Flair in deinen Garten oder auf die Terrasse. Unter günstigen Bedingungen entwickelt er essbare Feigen, die je nach Sorte, Standort und Witterung im Spätsommer oder Herbst ausreifen. Im Herbst verliert der Feigenbaum sein Laub und geht anschließend in die winterliche Ruhephase.
Viele der bei uns kultivierten Gartenfeigen können Früchte ohne vorherige Befruchtung bilden. Bei diesen sogenannten parthenokarpen Sorten ist keine zweite Pflanze als Bestäubungspartner erforderlich. Da diese Eigenschaft sortenabhängig ist, sollte ein Feigenbaum ohne genaue Sortenbezeichnung jedoch nicht pauschal als selbstfruchtbar angeboten werden.
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Ficus carica reicht vom östlichen Mittelmeerraum über Teile Zentralasiens bis in den westlichen Himalaja. Der Feigenbaum gehört zur Familie der Maulbeergewächse und wird bereits seit mehreren Jahrtausenden als Nutzpflanze kultiviert.
Was allgemein als Feigenfrucht bezeichnet wird, ist botanisch ein besonderer Blütenstand. Die zahlreichen kleinen Blüten befinden sich im Inneren des fleischigen Fruchtkörpers. Bei den üblichen Kulturfeigen können sich daraus häufig auch ohne Bestäubung Früchte entwickeln.
Ob und wann dein Feigenbaum trägt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere die Sorte, das Alter der Pflanze, die Sonneneinstrahlung, die Wärme am Standort, die Wasserversorgung und der Verlauf des Winters. Ein bestimmter Ertrag oder eine jährliche Ernte kann daher nicht garantiert werden.
In mitteleuropäischen Gärten reift meistens eine Ernte im Spätsommer oder Herbst aus. An sehr warmen Standorten oder bei geschützter Kultur können sich zwei Fruchtansätze bilden. Der spätere Fruchtansatz erreicht im Freiland jedoch häufig nicht mehr rechtzeitig die Reife.
Der Feigenbaum enthält einen weißen Milchsaft, der Haut und Augen reizen kann. Beim Schneiden und bei anderen Pflegearbeiten solltest du deshalb Handschuhe tragen und den Kontakt des Pflanzensaftes mit Haut und Augen vermeiden.
Pflegeanleitung
Pflanze deinen Feigenbaum möglichst an einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Besonders geeignet ist ein Platz vor einer nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Hauswand. Die Wand speichert tagsüber Wärme und gibt sie später wieder an die Umgebung ab.
In kühleren Regionen ist eine Pflanzung im Frühjahr empfehlenswert. Dadurch hat der Feigenbaum bis zum ersten Winter ausreichend Zeit, neue Wurzeln zu bilden. In milden Lagen kann er auch im frühen Herbst gepflanzt werden, solange vor den ersten stärkeren Frösten noch genügend Zeit zum Anwachsen bleibt.
Nach der Pflanzung benötigt der Feigenbaum eine gleichmäßige Wasserversorgung. Eine Mulchschicht kann dabei helfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Lasse rund um den Stamm etwas Abstand, damit sich dort keine dauerhafte Nässe bildet.
Einpflanzen im Beet
Wässere den Wurzelballen vor dem Einpflanzen gründlich. Hebe anschließend ein Pflanzloch aus, das deutlich breiter als der Ballen ist, und lockere den Untergrund sorgfältig auf.
Setze die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens etwa mit der umgebenden Erdoberfläche abschließt. Fülle das Pflanzloch mit lockerer Erde auf, drücke sie vorsichtig an und gieße den Feigenbaum anschließend durchdringend.
Der Boden muss überschüssiges Wasser zuverlässig ableiten können. Bei schweren oder verdichteten Böden solltest du deshalb nicht nur das Pflanzloch, sondern einen größeren Bereich auflockern und mit strukturstabilem Material verbessern. Eine reine Drainageschicht im Pflanzloch hilft wenig, wenn das Wasser anschließend nicht aus dem umgebenden Boden abfließen kann.
Eine Begrenzung des Wurzelraums kann das stark vegetative Wachstum reduzieren und die Fruchtbildung fördern. Sie ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Ohne Wurzelbegrenzung kann sich der Feigenbaum kräftiger und ausladender entwickeln.
Umtopfen
Feigenbäume lassen sich gut in Pflanzgefäßen kultivieren. Da eine gewisse Begrenzung des Wurzelraums die Fruchtbildung unterstützen kann, solltest du beim Umtopfen kein unverhältnismäßig großes Gefäß wählen.
Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen liegt im Frühjahr, bevor der stärkere Austrieb beginnt. Verwende einen standfesten Kübel mit mehreren Abzugslöchern. Eine Drainageschicht aus Kies, Blähton oder einem vergleichbaren Material sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser besser abfließen kann.
Löse den Wurzelballen vorsichtig aus dem bisherigen Topf und entferne abgestorbene oder beschädigte Wurzeln. Setze den Feigenbaum auf derselben Höhe wie zuvor ein und fülle die Zwischenräume mit durchlässigem, strukturstabilem Substrat auf. Anschließend gießt du die Pflanze gründlich an.
Ein Umtopfen ist gewöhnlich erst erforderlich, wenn der vorhandene Kübel stark durchwurzelt ist oder das Substrat seine Struktur verloren hat. Ist ein größeres Gefäß nicht mehr sinnvoll, kannst du einen Teil der lockeren alten Erde ersetzen und den Wurzelballen vorsichtig zurückschneiden.
Pflegehinweise
Standort
Ein vollsonniger, warmer und geschützter Standort bietet die besten Voraussetzungen für die Reife der Früchte. Im Halbschatten kann der Feigenbaum ebenfalls wachsen, entwickelt dort aber häufig weniger Früchte oder diese reifen später aus.
Kalte Winde und spätfrostgefährdete Lagen sind ungünstig. Besonders junge Triebe und bereits im Vorjahr angelegte kleine Fruchtansätze können durch Frost geschädigt werden.
Boden
Der Feigenbaum bevorzugt einen humosen, nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden. Die Erde sollte während der Wachstumszeit gleichmäßig leicht feucht bleiben, darf aber nicht dauerhaft nass sein.
Staunässe kann die Wurzeln schädigen. Das gilt sowohl für ausgepflanzte Feigen als auch für Pflanzen im Kübel. Bei Topfkultur müssen die Abzugslöcher deshalb jederzeit frei bleiben.
Gießen
Gieße frisch gepflanzte Feigen regelmäßig und durchdringend. Auch Kübelpflanzen und Exemplare mit begrenztem Wurzelraum benötigen während warmer und trockener Perioden eine zuverlässige Wasserversorgung.
Starke Schwankungen zwischen vollständigem Austrocknen und sehr nasser Erde solltest du vermeiden. Wassermangel kann dazu führen, dass Blätter oder unreife Früchte vorzeitig abgeworfen werden. Reduziere die Wassergaben nach dem Laubfall, lasse den Wurzelballen während des Winters jedoch nicht vollständig austrocknen.
Düngung
Ausgepflanzte Feigen in nährstoffreichem, regelmäßig gemulchtem Gartenboden benötigen häufig keine zusätzliche Düngung. Bei schwachem Wachstum kannst du im Frühjahr Kompost oder einen bedarfsgerecht dosierten organischen Dünger ausbringen.
Feigenbäume im Kübel benötigen während der Wachstumszeit regelmäßiger Nährstoffe, da das Substratvolumen begrenzt ist. Verwende den Dünger entsprechend der Herstellerangabe. Eine übermäßige Stickstoffversorgung fördert vor allem weiche Triebe und große Blätter, kann jedoch die Fruchtreife und Winterfestigkeit beeinträchtigen. Ab dem Spätsommer wird nicht mehr gedüngt.
Rückschnitt
Ein Feigenbaum benötigt keinen starken jährlichen Rückschnitt. Entferne im Frühjahr nach den stärksten Frösten zunächst abgestorbene, erfrorene oder sich kreuzende Triebe. Zu lange Zweige kannst du vorsichtig einkürzen, wenn die Pflanze kompakter bleiben soll.
Starke Rückschnitte können den Fruchtertrag beeinflussen, weil dabei bereits angelegte Fruchtansätze entfernt werden. Formiere den Feigenbaum deshalb möglichst mit regelmäßigen, maßvollen Schnitten.
Trage beim Schneiden Handschuhe, da der austretende Milchsaft Hautreizungen verursachen kann. Reinige die verwendeten Werkzeuge nach der Arbeit.
Überwinterung
Die Frostverträglichkeit eines Feigenbaums hängt von der Sorte, dem Alter, dem Standort, der Dauer des Frostes und dem Reifegrad der Triebe ab. Angaben von etwa −15 °C beziehen sich in der Regel auf gut eingewachsene, geeignete Sorten und kurzzeitige Tiefsttemperaturen an einem geschützten Standort. Sie sind keine Garantie dafür, dass Blätter, junge Triebe und Fruchtansätze bei diesen Temperaturen unbeschädigt bleiben.
Besonders junge Pflanzen, frisch gepflanzte Feigen und Kübelexemplare benötigen zusätzlichen Schutz. Selbst wenn oberirdische Triebe zurückfrieren, kann ein intakter Wurzelstock im Frühjahr erneut austreiben. Eine Ernte kann sich dadurch jedoch verzögern oder ausfallen.
Überwinterung im Beet
Decke den Wurzelbereich junger oder frisch gepflanzter Feigen mit einer Schicht aus Laub, Mulch oder Reisig ab. An kalten oder windoffenen Standorten kannst du die Triebe zusätzlich mit einem luftdurchlässigen Wintervlies schützen.
Ein warmer Standort vor einer Hauswand verbessert die Bedingungen deutlich. Achte darauf, dass der Boden auch im Winter nicht dauerhaft vernässt. Bei längeren trockenen Phasen kannst du an frostfreien Tagen mäßig gießen.
Überwinterung im Kübel
Im Pflanzgefäß ist der Wurzelballen wesentlich stärker dem Frost ausgesetzt als im Gartenboden. Stelle den Kübel deshalb an einen wind- und regengeschützten Platz und isoliere ihn mit Vlies, Jute oder einem vergleichbaren Material. Eine Unterlage aus Holz oder Styropor schützt zusätzlich vor direkter Bodenkälte.
Alternativ kannst du den Feigenbaum nach dem Laubfall an einem kühlen, frostfreien und nicht zu warmen Ort überwintern. Da die Pflanze im Winter kein Laub trägt, benötigt sie während der Ruhephase weniger Licht. Gieße nur so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet.
Fazit
Der Feigenbaum – Ficus carica ist ein dekoratives Obstgehölz für sonnige, warme und geschützte Standorte. Seine großen Blätter und der charakteristische Wuchs verleihen Gärten, Terrassen und Balkonen eine mediterrane Atmosphäre.
Unter geeigneten Bedingungen kann er im Spätsommer oder Herbst essbare Früchte hervorbringen. Zeitpunkt und Umfang der Ernte hängen jedoch von der Sorte, dem Standort, der Witterung und der Pflege ab. Bei Kulturfeigen, die ihre Früchte ohne Befruchtung entwickeln, ist kein zweiter Feigenbaum erforderlich. Ohne eine konkrete Sortenangabe sollte diese Eigenschaft vor dem Verkauf jedoch überprüft werden.
Mit gleichmäßiger Bewässerung, maßvoller Düngung und einem geeigneten Winterschutz kann der Feigenbaum viele Jahre kultiviert werden. Im Beet entwickelt er sich meist kräftiger, während sich sein Wachstum im Kübel leichter kontrollieren lässt.