Schmalblättrige Steinlinde – Phillyrea angustifolia
Wissenswertes über die Pflanze
Die Schmalblättrige Steinlinde Phillyrea angustifolia ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Ölbaumgewächse. Sie stammt aus dem Mittelmeerraum und erinnert mit ihren schmalen, ledrigen Blättern an einen Olivenbaum.
Die Pflanze wächst dichtbuschig und stark verzweigt. Ungeschnitten kann sie sich langfristig zu einem etwa 2,5–4 m hohen und 1,5–3 m breiten Strauch entwickeln. Durch regelmäßigen Schnitt lässt sie sich jedoch deutlich kompakter halten und eignet sich deshalb auch für geschnittene Hecken.
Im späten Frühjahr bis Frühsommer erscheinen kleine, cremeweiße bis weißliche Blüten in den Blattachseln. Die Blüten sind optisch eher unauffällig, können aber einen angenehmen Duft verströmen. Nach erfolgreicher Bestäubung können sich kleine, dunkelblaue bis schwarze Steinfrüchte entwickeln.
Da die Steinlinde immergrün ist, behält sie ihre Blätter grundsätzlich auch während des Winters. Einzelne ältere oder durch Frost und Trockenheit geschädigte Blätter können dennoch abgeworfen und durch neuen Austrieb ersetzt werden.
Einpflanzen im Beet
Wähle einen sonnigen bis halbschattigen und möglichst geschützten Standort. Besonders in kälteren Regionen ist ein warmer Platz vor einer nach Süden oder Westen ausgerichteten Hauswand vorteilhaft.
Das Pflanzloch sollte ungefähr doppelt so breit wie der Wurzelballen sein. Lockere verdichteten Boden gründlich auf. Bei schwerer oder schlecht durchlässiger Erde kann mineralisches Material eingearbeitet werden, damit überschüssiges Wasser besser abläuft.
Setze die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens ungefähr mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließt. Fülle das Pflanzloch mit dem gelockerten Aushub und gieße die Steinlinde anschließend gründlich an.
Bei einer Heckenpflanzung richtet sich der benötigte Abstand nach der Liefergröße und der gewünschten Geschwindigkeit des Heckenschlusses. Eine verbindliche Stückzahl pro laufendem Meter sollte deshalb anhand der tatsächlich angebotenen Pflanzengröße festgelegt werden.
Umtopfen
Die Schmalblättrige Steinlinde kann in einem ausreichend großen und standfesten Pflanzgefäß kultiviert werden. Der Kübel benötigt mehrere Abzugslöcher. Eine Drainageschicht kann den Abfluss von überschüssigem Wasser zusätzlich unterstützen.
Topfe die Pflanze um, wenn das Gefäß stark durchwurzelt ist oder das Substrat kaum noch Wasser aufnimmt. Das neue Pflanzgefäß sollte nur entsprechend größer gewählt werden, damit die Erde nach dem Gießen nicht über längere Zeit nass bleibt.
Pflegehinweise
Standort
Ein sonniger bis halbschattiger und warmer Standort ist geeignet. Obwohl die Pflanze Wind und salzhaltige Küstenluft verträgt, sollte sie in kalten Regionen vor austrocknendem Winterwind geschützt werden.
Boden
Geeignet ist ein mäßig nährstoffreicher und gut durchlässiger Boden. Die Steinlinde wächst sowohl in leicht sauren als auch in neutralen oder kalkhaltigen Böden. Dauerhaft verdichtete oder vernässte Standorte sind ungeeignet.
Gießen
Gieße frisch gepflanzte Steinlinden regelmäßig und durchdringend, damit der gesamte Wurzelballen erreicht wird. Zwischen den Wassergaben darf die obere Bodenschicht leicht abtrocknen.
Gut eingewachsene Pflanzen kommen vorübergehend mit trockeneren Phasen zurecht. Während längerer Hitze- und Trockenperioden sollte dennoch zusätzlich gegossen werden. Kübelpflanzen benötigen aufgrund ihres begrenzten Wurzelraums häufiger Wasser.
Düngung
Eine maßvolle Gabe Kompost oder Gehölzdünger im Frühjahr kann den Austrieb unterstützen. Kübelpflanzen können während der Wachstumszeit bedarfsgerecht mit einem geeigneten Dünger versorgt werden. Eine übermäßige oder sehr späte Stickstoffdüngung sollte vermieden werden.
Rückschnitt
Frei wachsende Steinlinden benötigen gewöhnlich keinen regelmäßigen starken Rückschnitt. Abgestorbene, beschädigte oder ungünstig wachsende Zweige können nach den stärksten Frösten entfernt werden.
Als Hecke lässt sich die Pflanze im Sommer in Form schneiden. Eine leicht trapezförmige Hecke, die unten breiter als oben ist, verbessert den Lichteinfall in die unteren Zweige. Stärkere Rückschnitte im Herbst sind nicht empfehlenswert.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Ausgepflanzt, gut angewachsen und an einem geschützten Standort ist die Schmalblättrige Steinlinde kurzzeitig bis etwa −15 °C winterhart. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt von Alter, Standort, Frostdauer, Bodenfeuchtigkeit und Wind ab.
Junge Pflanzen sollten in den ersten Standjahren durch eine Mulchschicht über dem Wurzelbereich geschützt werden. Bei stärkerem Frost kann zusätzlich ein luftdurchlässiges Wintervlies verwendet werden.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker Frost und Temperaturschwankungen ausgesetzt. Stelle das Gefäß deshalb geschützt auf eine isolierende Unterlage und umhülle es mit einem geeigneten Winterschutz.
In Regionen mit regelmäßigem oder länger anhaltendem starken Frost ist eine helle, kühle und möglichst frostfreie Überwinterung die sicherere Variante. Auch im Winter darf der Wurzelballen nicht vollständig austrocknen.
Fazit
Die Schmalblättrige Steinlinde verbindet immergrünes, olivenähnliches Laub mit einem dichten und gut formbaren Wuchs. Sie eignet sich als geschnittene Hecke, freiwachsender Strauch oder Kübelpflanze. Ein warmer Standort, ein gut durchlässiger Boden und ausreichender Winterschutz in kalten Regionen unterstützen ihre langfristige Entwicklung.