Gartenbambus – Fargesia Jiuzhaigou ‘Honey Guide®’
Wissenswertes über die Pflanze
Der Gartenbambus – Fargesia jiuzhaigou ‘Honey Guide®’ ist eine klein bleibende Bambusselektion mit aufrechtem, leicht V-förmigem Wuchs. Besonders auffällig sind seine gelbgrünen Halme, die sich abhängig von Alter, Lichteinfall und Standort honigfarben entwickeln können. Dazu kommen kleine, schmale Blätter in einem hellgrünen bis olivgrünen Farbton.
‘Honey Guide®’ wächst horstbildend. Seine kurzen Rhizome verdichten den Horst allmählich, bilden aber keine langen unterirdischen Ausläufer wie ausläufertreibende Bambusarten. Eine Rhizomsperre ist deshalb normalerweise nicht erforderlich. Trotzdem nimmt der Horst mit den Jahren an Umfang zu und sollte bei der Standortwahl ausreichend Platz erhalten.
Je nach Standort und Kulturbedingungen erreicht der Bambus im Beet ungefähr 1 bis 2,5 m Höhe und etwa 0,7 bis 1 m Breite. Er eignet sich damit als Solitär, für niedrige bis mittelhohe Hecken, als Sichtschutz und für einen ausreichend großen Kübel. Bei einer geschnittenen Hecke lässt sich die gewünschte Höhe durch regelmäßige Formkorrekturen begrenzen.
Der Gartenbambus ist immergrün und behält unter geeigneten Bedingungen auch im Winter einen großen Teil seines Laubs. Bei Frost, trockener Luft, intensiver Wintersonne oder Wassermangel können sich die Blätter vorübergehend einrollen, verfärben oder teilweise abfallen. Das Einrollen reduziert die Blattoberfläche und ist zunächst eine natürliche Reaktion auf ungünstige Bedingungen.
Bambus blüht nur in sehr großen und nicht zuverlässig vorhersehbaren Abständen. ‘Honey Guide®’ wird daher als Blattschmuck-, Hecken- und Strukturpflanze angeboten, nicht als Blütenpflanze. Aussagen über einen besonderen Nutzen für Biodiversität, Insekten oder das „ökologische Gleichgewicht“ werden daraus nicht abgeleitet.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Pflanze deinen Gartenbambus möglichst zeitnah nach der Ankunft ein. Bis dahin stellst du ihn an einen geschützten Platz und kontrollierst den Wurzelballen regelmäßig. Bambus besitzt einen vergleichsweise hohen Wasserbedarf und darf während der Lagerung nicht vollständig austrocknen.
Wähle einen halbschattigen bis sonnigen Standort. An einem sonnigen Platz muss besonders im Sommer eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet sein. Ein Standort mit Schutz vor dauerhaft starkem Wind vermindert die Verdunstung und kann winterliche Blattschäden reduzieren.
Der Boden sollte humos, locker, nährstoffversorgt und gut durchlässig sein. Er muss Feuchtigkeit speichern können, ohne dauerhaft nass zu bleiben. Ist der Wurzelballen trocken, stelle ihn vor dem Pflanzen für etwa 10 bis 15 Minuten in einen Eimer mit Wasser.
Hebe ein Pflanzloch aus, das ungefähr anderthalb- bis zweimal so breit wie der Ballen ist. Die Tiefe sollte so bemessen sein, dass die Oberkante des Wurzelballens später ungefähr mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließt. Lockere den Grund und die Seiten des Pflanzlochs sorgfältig auf.
Schwere oder verdichtete Böden solltest du in einem größeren Bereich mit humoser Pflanzerde und strukturgebenden mineralischen Bestandteilen verbessern. Eine nur im Pflanzloch angelegte Kiesschicht ersetzt keinen durchlässigen Boden und kann dazu führen, dass sich Wasser oberhalb der Schicht sammelt. An dauerhaft nassen Standorten ist eine erhöhte Pflanzung oder ein anderer Standort sinnvoll.
Nimm die Pflanze vorsichtig aus dem Kulturtopf. Stark kreisende Wurzeln kannst du mit den Fingern leicht lockern. Setze den Bambus gerade und nicht tiefer ein, als er zuvor im Topf stand. Fülle das Pflanzloch mit der vorbereiteten Erde, drücke sie vorsichtig an und gieße anschließend langsam und gründlich.
Für eine Hecke werden bei der angebotenen Pflanzengröße im 10-Liter-Topf ungefähr 70 bis 100 cm Pflanzabstand empfohlen. Ein geringerer Abstand kann schneller zu einem geschlossenen Erscheinungsbild führen, erhöht aber die Anzahl der benötigten Pflanzen. Wachstum und Blickdichte hängen zusätzlich von Standort, Wasserversorgung, Nährstoffen und Schnitt ab.
Forme nach dem Pflanzen einen kleinen Gießrand und halte die Erde während der Anwachsphase gleichmäßig feucht. Eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus verringert die Verdunstung. Lasse rund um die Halme etwas Abstand, damit sich dort keine dauerhafte Feuchtigkeit sammelt.
Umtopfen
Für die Kübelhaltung benötigt ‘Honey Guide®’ ein standfestes, frostbeständiges Gefäß mit mehreren ausreichend großen Abzugslöchern. Wähle beim ersten Umtopfen einen Topf, dessen Durchmesser ungefähr 5 bis 10 cm größer ist als der bisherige Kulturtopf. Ein deutlich zu großes Gefäß kann lange feucht bleiben und dadurch Staunässe begünstigen.
Topfe den Bambus vorzugsweise im Frühjahr oder zeitnah nach dem Erhalt um, wenn der Kulturtopf bereits stark durchwurzelt ist. Weitere Anzeichen sind Wurzeln an den Abzugslöchern, ein instabiler Stand oder ein Ballen, der nach dem Gießen sehr schnell wieder austrocknet. Für die langfristige Haltung muss der Kübel schrittweise mitwachsen und genügend Raum für den sich verbreiternden Horst bieten.
Verwende eine strukturstabile, humose und gut durchlässige Kübelpflanzenerde. Mineralische Bestandteile wie Bims, Lava oder feiner Blähton verbessern die Luftführung und den Wasserabzug. Eine gewölbte Tonscherbe über jedem Abzugsloch kann verhindern, dass es durch Erde verschlossen wird. Überschüssiges Wasser muss jederzeit ablaufen können.
Nimm den Bambus behutsam aus dem alten Gefäß und lockere stark kreisende Wurzeln vorsichtig. Setze ihn in derselben Tiefe wieder ein, in der er zuvor stand. Zwischen Erdoberfläche und Topfrand sollten etwa 3 bis 5 cm als Gießrand frei bleiben. Fülle die Zwischenräume mit Substrat, drücke es leicht an und gieße gründlich, bis Wasser aus den Abzugslöchern austritt. Entferne anschließend stehendes Wasser aus dem Untersetzer oder Übertopf.
Stelle den frisch umgetopften Bambus zunächst hell und windgeschützt auf. Wurde er zuvor weniger sonnig kultiviert, gewöhnst du ihn schrittweise an direkte Mittagssonne. In vorgedüngter Erde ist unmittelbar nach dem Umtopfen meist keine zusätzliche Düngung erforderlich. Je nach Wachstum und Durchwurzelung wird ungefähr alle zwei bis drei Jahre erneut umgetopft oder ein Teil des Horstes geteilt.
Pflegehinweise
Standort
Ein halbschattiger bis sonniger Standort ist geeignet. Je sonniger und windiger der Platz ist, desto schneller trocknen Boden und Blätter aus. An solchen Standorten musst du die Wasserversorgung besonders aufmerksam kontrollieren. Schutz vor dauerhaft starkem Wind ist vorteilhaft, weil die feinen Blätter auch im Winter Wasser verdunsten.
Die honiggelbe bis gelbgrüne Halmfärbung kann abhängig von Licht, Alter der Halme und Kulturbedingungen unterschiedlich stark ausfallen. Eine bestimmte Farbintensität lässt sich daher nicht garantieren.
Boden
Der Bambus bevorzugt einen humosen, lockeren und gut durchlässigen Boden, der Feuchtigkeit speichern kann. Verdichtete, sehr trockene oder dauerhaft nasse Erde ist ungeeignet. Im Kübel eignet sich eine strukturstabile Pflanzerde mit mineralischem Anteil. Freie Abzugslöcher sind wichtiger als eine besonders hohe Drainageschicht.
Gießen
Gieße deinen Gartenbambus regelmäßig und durchdringend, sodass der Wurzelballen gleichmäßig feucht bleibt. Besonders an sonnigen Standorten, an heißen Sommertagen und bei Kübelhaltung benötigt er ausreichend Wasser. Zwischen den Wassergaben darf die obere Erdschicht leicht antrocknen, der gesamte Ballen sollte jedoch nicht vollständig austrocknen.
Eingerollte Blätter können auf Trockenheit, Frost oder intensive Sonneneinstrahlung hinweisen. Prüfe deshalb zunächst die Bodenfeuchtigkeit, bevor du zusätzlich gießt. Ist die Erde noch deutlich nass, kann weiteres Wasser die Wurzeln belasten. Staunässe solltest du konsequent vermeiden.
Da der Bambus immergrün ist, verdunstet er auch im Winter Wasser. Kontrolliere den Boden während trockener Perioden und gieße an frostfreien Tagen mäßig. Im Kübel ist diese Kontrolle besonders wichtig.
Düngung
Eine bedarfsgerechte Düngung im Frühjahr unterstützt den Austrieb. Geeignet ist ein Bambusdünger oder ein stickstoffbetonter Langzeitdünger, der nach Herstellerangabe dosiert wird. Im Kübel kann während der Wachstumszeit eine weitere maßvolle Düngung erforderlich sein, weil das verfügbare Erdvolumen begrenzt ist.
Vermeide eine Überdosierung. Ab Spätsommer wird nicht mehr stark stickstoffbetont gedüngt, damit die neuen Halme vor dem Winter ausreifen können. Während der kalten Jahreszeit benötigt der Bambus keinen Dünger.
Rückschnitt
Im Frühjahr kannst du abgestorbene, beschädigte, sehr dünne oder ungünstig stehende Halme bodennah entfernen. Dadurch wird der Horst ausgelichtet und die Halmfärbung besser sichtbar. Warte nach einem kalten Winter zunächst ab, welche Halme erneut austreiben.
Bei einer Hecke ist im Sommer eine leichte Formkorrektur möglich. Kürze die Halme knapp oberhalb eines Seitentriebs oder Knotens. Ein gekürzter Bambushalm wächst an der Schnittstelle nicht weiter in die Höhe; neue Höhe entsteht durch neue Halme aus dem Horst. Verwende sauberes, scharfes Werkzeug und vermeide starke Schnitte bei Hitze oder Frost.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Ein ausgepflanzter und gut angewachsener ‘Honey Guide®’ kann an einem geeigneten Standort kurzzeitig Frost bis ungefähr −20 °C vertragen. Dieser Wert ist ein Richtwert und keine Garantie. Entscheidend sind unter anderem Frostdauer, Wind, Wintersonne, Bodenfeuchtigkeit sowie Alter und Zustand der Pflanze. Junge und frisch gepflanzte Exemplare benötigen früher Schutz.
Eine lockere Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus schützt den Wurzelbereich und verringert Feuchtigkeitsschwankungen. Bei kaltem Wind und intensiver Wintersonne kann ein atmungsaktives Schattier- oder Winterschutzvlies sinnvoll sein. Luftdichte Folie ist ungeeignet.
Eingerollte oder vorübergehend verfärbte Blätter sind nach Frost nicht automatisch ein Zeichen für einen vollständigen Pflanzenschaden. Kontrolliere im Frühjahr den Neuaustrieb und entferne eindeutig abgestorbene Halme erst dann.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker frostgefährdet, weil die Kälte das Gefäß von mehreren Seiten erreicht. Stelle den Topf an einen windgeschützten Platz nahe einer Hauswand und setze ihn auf Holzleisten oder Topffüße. So kann überschüssiges Wasser ablaufen und der Kübel steht nicht unmittelbar auf dem kalten Boden.
Umwickle das Gefäß bei Dauerfrost mit Jute, Kokosmatten oder einem atmungsaktiven Winterschutzmaterial. Die Halme können bei Bedarf locker mit Vlies geschützt werden. Kontrolliere die Feuchtigkeit regelmäßig und gieße an frostfreien Tagen, ohne den Ballen zu vernässen. Während der Überwinterung wird nicht gedüngt.
Fazit
Der Gartenbambus – Fargesia jiuzhaigou ‘Honey Guide®’ zeichnet sich durch gelbgrüne bis honigfarbene Halme, feines hell- bis olivgrünes Laub und einen aufrechten, leicht V-förmigen Wuchs aus. Mit einer möglichen Endhöhe von ungefähr 1 bis 2,5 m eignet er sich für niedrige bis mittelhohe Hecken, als Sichtschutz, als Solitär und für einen ausreichend großen Kübel.
Da die Sorte horstbildend wächst und keine langen unterirdischen Ausläufer entwickelt, ist normalerweise keine Rhizomsperre erforderlich. Wichtig sind ein humoser, durchlässiger und gleichmäßig feuchter Boden sowie eine an Standort und Jahreszeit angepasste Wasserversorgung. Im Frühjahr können schwache oder abgestorbene Halme entfernt werden; Hecken lassen sich im Sommer leicht in Form bringen.
Im Beet kann ein gut angewachsenes Exemplar kurzzeitig Frost bis ungefähr −20 °C vertragen. Im Kübel und bei jungen Pflanzen muss der Wurzelballen früher geschützt werden. Damit bleibt die tatsächliche Entwicklung stets von Standort, Pflege, Witterung und Kulturform abhängig.