Elfenbeinbambus Fargesia 'Ivory Ibis®'

Wissenswertes über die Pflanze

Der Elfenbeinbambus – Fargesia ‘Ivory Ibis®’ ist ein immergrüner Gartenbambus mit aufrechtem bis später leicht überhängendem Wuchs. Seinen deutschen Namen verdankt er den auffällig hellen bis elfenbeinfarbenen Halmscheiden, die einen deutlichen Kontrast zu den grünen Halmen und dunkelgrünen Blättern bilden. Die Sorte eignet sich als Solitär, für Pflanzgruppen, Sichtschutzreihen und die Kultur in einem ausreichend großen Gefäß.

Die Gattung Fargesia stammt aus Bergregionen Ostasiens. ‘Ivory Ibis®’ ist jedoch keine unveränderte Wildpflanze, sondern eine gärtnerisch ausgewählte Sorte. Nach Angaben aus der Züchtungsdokumentation geht sie auf eine Sämlingsselektion aus Pflanzenmaterial zurück, das in der chinesischen Provinz Hubei gesammelt wurde. In Fachquellen wird sie teilweise auch unter der Bezeichnung Fargesia spathacea ‘Evergreen’ geführt.

Der Bambus wächst horstig. Neue Halme entstehen nahe am bestehenden Wurzelstock, wodurch sich der Horst schrittweise verbreitert. Weit wandernde unterirdische Ausläufer bildet die Sorte nicht, weshalb im Garten normalerweise keine Rhizomsperre erforderlich ist. Dennoch benötigt die Pflanze ausreichend Platz und bleibt nicht dauerhaft gleich breit.

Die Blätter bleiben grundsätzlich auch im Winter an der Pflanze. Bei starkem Frost, kaltem Wind, intensiver Sonne oder Wassermangel können sie sich einrollen und teilweise verfärben oder abfallen. Durch das Einrollen verkleinert sich die Blattoberfläche und die Verdunstung wird reduziert. Gleichzeitig ist es ein Hinweis darauf, die Bodenfeuchtigkeit und die Standortbedingungen zu kontrollieren.

Die dichte Halm- und Blattstruktur kann Vögeln und anderen kleinen Tieren zeitweise Deckung bieten. Ob der Bambus tatsächlich als Ruhe-, Versteck- oder Nistplatz genutzt wird, hängt von Standort, Schnitt, Umgebung und Störungsintensität ab. Als regelmäßige Nahrungsquelle für bestäubende Insekten ist er nicht einzuordnen, da Bambus nur in sehr großen und nicht zuverlässig vorhersehbaren Abständen blüht.

Pflegeanleitung

Der Elfenbeinbambus entwickelt sich an einem halbschattigen bis sonnigen Standort mit gleichmäßig feuchtem, humosem und gut durchlässigem Boden. An sonnigen oder windigen Plätzen steigt der Wasserbedarf. Der Wurzelballen sollte weder vollständig austrocknen noch dauerhaft nass stehen.

Einpflanzen im Beet

Die günstigste Pflanzzeit liegt im Frühjahr oder frühen Herbst. Containerpflanzen können bei frostfreiem Boden grundsätzlich auch während der übrigen Gartensaison gesetzt werden. Bei sommerlicher Wärme oder trockener Witterung benötigen sie nach der Pflanzung jedoch besonders sorgfältige Wassergaben.

Wässere den Wurzelballen vor dem Pflanzen gründlich. Hebe ein Pflanzloch aus, das etwa eineinhalb- bis zweimal so breit wie der Ballen, aber nicht tiefer als dieser ist. Lockere den Untergrund und die Seitenflächen auf, damit die jungen Wurzeln in den umgebenden Boden wachsen können.

Mische bei nährstoffarmem Boden reifen Kompost oder humose Pflanzerde unter den Aushub. Schwere und verdichtete Böden müssen großflächig so verbessert werden, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann. Eine kleine Kiesschicht nur am Grund des Pflanzlochs beseitigt keine tiefer liegende Staunässe.

Setze den Bambus so ein, dass die Oberkante des Ballens mit dem umgebenden Boden abschließt. Bei einer Reihenpflanzung richtet sich der Abstand nach der Ausgangsbreite der Pflanzen und danach, wie schnell sich die Zwischenräume schließen sollen. Zu eng gesetzte Pflanzen konkurrieren früher um Wasser, Licht und Nährstoffe.

Fülle die Erde wieder ein, drücke sie vorsichtig an und gieße durchdringend. Eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus kann die Verdunstung verringern. Halte dabei etwas Abstand zu den Halmen. Kontrolliere in den ersten Wochen regelmäßig, ob auch die tieferen Bereiche des Wurzelballens ausreichend feucht bleiben.

Umtopfen

Im Kübel benötigt ‘Ivory Ibis®’ ein standfestes, frostbeständiges Gefäß mit ausreichend großen Abzugslöchern. Topfe die Pflanze um, wenn der vorhandene Kübel stark durchwurzelt ist, Wasser nur noch langsam einzieht oder das Substrat ungewöhnlich schnell austrocknet. Das Frühjahr vor dem neuen Halmaustrieb ist dafür besonders geeignet.

Wähle einen Topf, der schrittweise größer als das bisherige Gefäß ist. Ein übermäßig großer Kübel kann dazu führen, dass ungenutztes Substrat lange nass bleibt. Decke die Abzugslöcher so ab, dass sie nicht verstopfen, und verwende ein strukturstabiles, humoses sowie gut durchlässiges Kübelpflanzensubstrat.

Löse den Wurzelballen vorsichtig aus dem alten Gefäß. Stark verfilzte äußere Wurzeln kannst du behutsam lockern; abgestorbene oder beschädigte Teile werden mit sauberem Werkzeug entfernt. Setze den Bambus in derselben Höhe wie zuvor ein und fülle die Hohlräume mit frischem Substrat.

Drücke das Substrat leicht an und gieße gründlich, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft. Im Untersetzer oder Übertopf darf kein Wasser dauerhaft stehen bleiben. Ist das neue Substrat vorgedüngt, richte die erste zusätzliche Nährstoffgabe nach den Herstellerangaben.

Pflegehinweise

Standort

Ein halbschattiger bis sonniger Standort ist geeignet. An sonnigen Plätzen benötigt der Bambus besonders während heißer und trockener Perioden eine zuverlässige Wasserversorgung. Die Sorte verträgt Wind grundsätzlich, dauerhaft kalter oder austrocknender Wind kann jedoch Blattrollen, Blattverlust und Trockenschäden begünstigen.

Boden

Günstig ist ein lockerer, humoser und mäßig nährstoffreicher Boden, der Feuchtigkeit speichert und überschüssiges Wasser ableitet. Sehr sandige Böden trocknen schnell aus, während schwere oder verdichtete Böden zu lange nass bleiben können. Verbessere den Boden deshalb entsprechend seiner Ausgangsstruktur großflächig.

Gießen

Halte den Wurzelbereich gleichmäßig feucht, ohne Staunässe entstehen zu lassen. Gieße durchdringend, damit das Wasser auch die tieferen Bereiche des Ballens erreicht. Kleine oberflächliche Wassergaben reichen bei warmem Wetter häufig nicht aus.

Im Kübel trocknet das Substrat schneller aus als im Beet. Kontrolliere deshalb regelmäßig die Feuchtigkeit und berücksichtige dabei Sonne, Wind, Gefäßgröße und Temperatur. Da der Bambus immergrün ist, verdunstet er auch im Winter Wasser. Gieße bei trockener Witterung an frostfreien Tagen mäßig.

Düngung

Eine bedarfsgerechte Nährstoffgabe im Frühjahr unterstützt den neuen Halmaustrieb. Verwende einen Bambusdünger, einen geeigneten organischen Langzeitdünger oder reifen Kompost und halte dich bei Handelsdüngern an die Dosierungsangaben. Eine zusätzliche Gabe im Frühsommer kann bei erkennbarem Bedarf sinnvoll sein.

Ab Spätsommer sollte keine stickstoffbetonte Düngung mehr erfolgen, damit neue Halme und Triebe bis zum Winter ausreifen können. Dünge nicht auf einen vollständig ausgetrockneten Wurzelballen. Kübelpflanzen benötigen wegen des begrenzten Substratvolumens meist regelmäßigere, aber kontrolliert dosierte Nährstoffgaben.

Rückschnitt

Entferne abgestorbene, beschädigte oder sehr schwache Halme im Frühjahr bodennah. Dadurch entsteht Platz für den neuen Austrieb. Verwende sauberes und scharfes Werkzeug und vermeide Verletzungen an den verbleibenden Halmen.

Soll der Bambus eine bestimmte Höhe behalten, kannst du die Halme oberhalb eines Halmknotens kürzen. Ein gekappter Halm wächst an der Schnittstelle nicht weiter in die Höhe; die seitliche Belaubung kann sich darunter jedoch verdichten. Ein seitlicher Formschnitt ist während der Wachstumszeit möglich.

Kontrolliere dichte Pflanzen vor jedem Schnitt auf Tiere und bewohnte Nester. Stärkere Rückschnitte dürfen nicht während der gesetzlichen Schutzzeit erfolgen. Auch schonende Form- und Pflegeschnitte sind nur zulässig, wenn keine brütenden Vögel oder Nester gestört werden.

Überwinterung

Die Produktbeschreibung nennt für ‘Ivory Ibis®’ eine Frostverträglichkeit bis etwa −20 °C. Andere Fach- und Händlerquellen nennen teilweise niedrigere Temperaturwerte. Solche Angaben sind jedoch keine garantierten Schadensgrenzen. Dauer des Frosts, Wind, Wintersonne, Bodenfeuchte, Pflanzalter und Kultur im Beet oder Kübel beeinflussen die tatsächliche Winterverträglichkeit.

Überwinterung im Beet

Gut eingewurzelte Pflanzen benötigen an einem geeigneten Standort meist nur wenig zusätzlichen Winterschutz. Eine lockere Mulchschicht aus Laub oder Rindenhumus kann den Wurzelbereich vor starken Temperaturschwankungen schützen. Halte die Abdeckung mit etwas Abstand zu den Halmen.

Kontrolliere bei trockener Winterwitterung die Bodenfeuchtigkeit und gieße an frostfreien Tagen mäßig. Eingerollte Blätter können bei Frost auftreten, aber auch auf Wassermangel hinweisen. Warte bei sichtbaren Winterschäden bis zum Frühjahr, bevor du betroffene Pflanzenteile entfernst.

Überwinterung im Kübel

Im Gefäß kann der Wurzelballen schneller durchfrieren. Stelle den Kübel windgeschützt nahe einer Hauswand auf eine isolierende Unterlage. Ummantle das Gefäß bei längerem Frost mit Jute, Kokosmatte oder einem geeigneten Schutzvlies. Die Abzugslöcher müssen frei bleiben.

Kontrolliere das Substrat auch im Winter und gieße an frostfreien Tagen, sobald der Wurzelballen zu trocken wird. Vermeide dauerhaft nasse Erde. Bei außergewöhnlich langem oder starkem Dauerfrost kann ein heller, kühler und frostgeschützter Standort zusätzlichen Schutz bieten. Ein warmer, dunkler Wohnraum ist nicht geeignet.

Fazit

Fargesia ‘Ivory Ibis®’ verbindet immergrüne Belaubung mit grünen Halmen und auffällig hellen Halmscheiden. Die Sorte wächst horstig und bildet keine weit wandernden Ausläufer; der Horst verbreitert sich dennoch im Laufe der Jahre. Für eine dichte Entwicklung benötigt der Elfenbeinbambus einen halbschattigen bis sonnigen Standort, einen humosen und durchlässigen Boden sowie eine gleichmäßige Wasserversorgung. Im Kübel steigen Bewässerungsbedarf und Frostrisiko gegenüber einer Pflanzung im Beet.