Portugiesischer Kirschlorbeer – Prunus lusitanica ‘Angustifolia’ (Hochstamm)
Wissenswertes über die Pflanze
Der Portugiesische Kirschlorbeer ‘Angustifolia’ – Prunus lusitanica ‘Angustifolia’ – verbindet eine dichte, immergrüne Krone mit einem geraden Stamm. Durch diese Erziehungsform wirkt die Pflanze deutlich baumartiger als ein frei wachsender Strauch und eignet sich als Solitär für Vorgärten, Hauseingänge, Innenhöfe und Terrassen.
Charakteristisch sind die schmalen, ledrigen und glänzend dunkelgrünen Blätter. Junge Triebe und Blattstiele sind häufig purpurrot gefärbt und bilden einen deutlichen Kontrast zum dunklen Laub. Die Sorte ‘Angustifolia’ unterscheidet sich von der ursprünglichen Art vor allem durch ihre kleineren und schmaleren Blätter.
Der Portugiesische Kirschlorbeer gehört zur Familie der Rosengewächse. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art umfasst Teile der Iberischen Halbinsel, Südwestfrankreich, Nordwestafrika und verschiedene Inselgruppen Makaronesiens. Dort wächst sie unter anderem in feuchten Wäldern und in der Nähe von Wasserläufen.
Im späten Frühjahr oder Frühsommer können sich aufrechte Blütenrispen aus zahlreichen kleinen weißen Einzelblüten bilden. Die Blüten verströmen einen leichten Duft. Blütenmenge und Blütezeit hängen von Standort, Witterung und Schnittzeitpunkt ab.
Nach der Blüte können kleine ovale Steinfrüchte entstehen. Sie sind zunächst grün bis rötlich und färben sich bei Reife dunkelviolett oder schwarz. Die Pflanze wird als Ziergehölz angeboten und ihre Früchte sind nicht für den Verzehr bestimmt.
Blätter, Triebe und Samen enthalten cyanogene Verbindungen. Pflanzenteile und Schnittgut dürfen deshalb nicht verzehrt oder an Tiere verfüttert werden. Schnittgut sollte außerdem nicht in geschlossenen Räumen oder offenen Feuerstellen verbrannt werden.
Die Bezeichnung „immergrün“ bedeutet, dass die Krone auch im Winter belaubt bleibt. Einzelne ältere Blätter werden dennoch regelmäßig abgestoßen und ersetzt. Nach strengen Wintern kann es außerdem zu braunen Blatträndern, Blattverfärbungen oder einem teilweisen Blattverlust kommen.
Ohne regelmäßigen Formschnitt kann ‘Angustifolia’ etwa 5–6 m hoch und 3–5 m breit werden. Unter besonders günstigen Bedingungen sind im Laufe vieler Jahre größere Abmessungen möglich. Bei einem Hochstamm lässt sich die Krone durch regelmäßige Schnittmaßnahmen deutlich kompakter halten.
Pflegeanleitung
Pflanze deinen Portugiesischen Kirschlorbeer vorzugsweise im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei und nicht vollständig durchnässt ist. Eine Frühjahrspflanzung ist in kälteren Regionen vorteilhaft, da der Hochstamm bis zum ersten Winter mehrere Monate zum Einwurzeln hat.
Wässere den Wurzelballen vor dem Einpflanzen gründlich. Hebe ein Pflanzloch aus, das mindestens eineinhalb- bis zweimal so breit wie der Ballen ist. Lockere auch den angrenzenden Boden, damit sich die neuen Wurzeln leichter ausbreiten können.
Setze die Pflanze so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens ungefähr mit dem Bodenniveau abschließt. Die Veredelungsstelle und der Kronenansatz müssen oberhalb der Erde bleiben.
Fülle das Pflanzloch mit dem vorhandenen Boden auf und drücke die Erde vorsichtig an. Gieße anschließend durchdringend, damit sich der Boden um den Wurzelballen setzt.
Eine dünne Mulchschicht kann die Verdunstung reduzieren und den Wurzelbereich vor starken Temperaturschwankungen schützen. Halte dabei einige Zentimeter Abstand zum Stamm.
Einpflanzen im Beet
Wähle einen sonnigen bis halbschattigen und möglichst geschützten Standort. Ein Platz ohne intensive Wintersonne kann das Risiko von Frosttrocknis am immergrünen Laub reduzieren.
Der Boden sollte humos, mäßig nährstoffreich bis nährstoffreich und gut durchlässig sein. Die Sorte kann mit sauren, neutralen und kalkhaltigen Bodenverhältnissen zurechtkommen, sofern Wasser zuverlässig abfließt.
Bei schweren oder verdichteten Böden sollte nicht nur das Pflanzloch mit lockerer Erde aufgefüllt werden. Verbessere einen größeren Bodenbereich, damit sich am Grund des Pflanzlochs keine Staunässe sammelt.
Ein Hochstamm muss während der Anwuchsphase stabilisiert werden. Setze einen oder bei größeren Exemplaren zwei geeignete Pfähle vor dem Einsetzen des Wurzelballens. Befestige den Stamm locker mit einem breiten Baumband und kontrolliere die Bindung regelmäßig. Sie darf nicht in die Rinde einschneiden.
Umtopfen
Der Portugiesische Kirschlorbeer ‘Angustifolia’ kann als Hochstamm in einem ausreichend großen und standfesten Pflanzgefäß kultiviert werden. Durch die Krone entsteht bei Wind jedoch eine erhöhte Hebelwirkung, weshalb ein schwerer Kübel besonders wichtig ist.
Topfe die Pflanze vorzugsweise im Frühjahr um, wenn das bisherige Gefäß deutlich durchwurzelt ist. Der neue Kübel sollte mehrere ausreichend große Abzugslöcher besitzen und im Durchmesser etwa 10–20 cm größer sein.
Lege am Gefäßboden eine Drainageschicht aus Kies, Blähton oder einem vergleichbaren Material an. Verwende ein humoses, strukturstabiles und gut durchlässiges Substrat.
Setze den Wurzelballen auf der bisherigen Höhe ein und fülle die Zwischenräume mit Substrat. Drücke die Erde vorsichtig an und gieße anschließend gründlich. Entferne stehendes Wasser aus Untersetzern oder Übertöpfen.
Kontrolliere bei dauerhaft im Kübel gehaltenen Hochstämmen regelmäßig die Standfestigkeit, die Abzugslöcher und den Zustand des Wurzelballens. Je nach Wachstum kann nach zwei bis drei Jahren ein größeres Gefäß oder ein Austausch der oberen Substratschicht erforderlich sein.
Pflegehinweise
Standort
Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. In voller Sonne benötigt sie eine zuverlässige Wasserversorgung. An sehr schattigen Plätzen kann die Krone lockerer wachsen und die Blütenbildung geringer ausfallen.
Ein geschützter Standort reduziert die austrocknende Wirkung kalter Winterwinde. Trotz der guten allgemeinen Windverträglichkeit sollte ein frisch gepflanzter Hochstamm während der Anwuchsphase zuverlässig stabilisiert werden.
Boden
Ideal ist ein humoser, mäßig nährstoffreicher bis nährstoffreicher und gut durchlässiger Boden. Er sollte Feuchtigkeit speichern können, ohne dauerhaft nass zu bleiben.
Staunässe kann die Wurzeln schädigen und sollte vermieden werden. Auch stark verdichtete Böden erschweren die Wurzelentwicklung und den Wasserabfluss.
Im Kübel muss überschüssiges Wasser jederzeit ablaufen können. Entferne nach dem Gießen stehendes Wasser aus Untersetzern und geschlossenen Übertöpfen.
Gießen
Gieße frisch gepflanzte Hochstämme regelmäßig und durchdringend. Der Wurzelballen sollte während der Anwuchsphase gleichmäßig feucht bleiben, ohne dauerhaft nass zu sein.
Gut eingewurzelte Exemplare können begrenzte trockenere Phasen überstehen. Während längerer Hitze- und Trockenperioden benötigen sie jedoch zusätzlich Wasser. Im Kübel trocknet das Substrat deutlich schneller aus.
Da der Portugiesische Kirschlorbeer immergrün ist, verdunstet er auch im Winter Wasser. Gieße deshalb bei trockener Witterung an frostfreien Tagen, wenn der Wurzelballen nicht mehr ausreichend feucht ist.
Düngung
Versorge die Pflanze im Frühjahr mit einer bedarfsgerechten Menge Kompost oder organischem Langzeitdünger. Kübelpflanzen können während der Wachstumsphase zusätzlich einen geeigneten Flüssigdünger erhalten.
Vermeide eine übermäßige Stickstoffversorgung. Sie kann ein starkes, weiches Triebwachstum fördern. Ab dem Spätsommer sollte nicht mehr stickstoffbetont gedüngt werden, damit die jungen Triebe vor dem Winter ausreifen können.
Rückschnitt
Der Portugiesische Kirschlorbeer ist schnittverträglich und lässt sich als Hochstamm in einer kompakten Kronenform halten. Ein erster leichter Formschnitt kann im Frühjahr nach den stärksten Frösten erfolgen.
Ein weiterer Korrekturschnitt ist nach der Blüte oder bis zum Spätsommer möglich. Schneide vorzugsweise mit einer sauberen Handschere, damit große Blätter nicht unnötig zerteilt werden und braune Schnittkanten entstehen.
Entferne abgestorbene, beschädigte, sich kreuzende oder nach innen wachsende Zweige. Triebe am Stamm oder unterhalb des Kronenansatzes solltest du möglichst frühzeitig direkt an ihrer Basis entfernen.
Ein starker Rückschnitt im späten Herbst ist nicht empfehlenswert. Die entstehenden jungen Triebe könnten vor dem Winter nicht mehr ausreichend ausreifen.
Trage bei Schnittarbeiten Handschuhe und entsorge das Schnittgut so, dass Kinder und Tiere keinen Zugang dazu haben.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Ausgepflanzt und gut eingewurzelt verträgt ‘Angustifolia’ kurzzeitig Temperaturen bis etwa −15 °C. Die tatsächliche Frostverträglichkeit hängt von Alter, Standort, Wind, Bodenfeuchtigkeit und Dauer der Frostperiode ab.
Junge und frisch gepflanzte Hochstämme sollten während der ersten Winter geschützt werden. Decke den Wurzelbereich mit Laub, Mulch oder Reisig ab. Die Krone kann bei stärkerem Frost und kaltem Wind locker mit einem atmungsaktiven Vlies geschützt werden.
Immergrüne Gehölze sind im Winter besonders durch Frosttrocknis gefährdet. Bei Sonnenschein verdunsten die Blätter Wasser, während die Wurzeln aus gefrorenem Boden keine Feuchtigkeit aufnehmen können. Ein geschützter Standort und eine ausreichende Wasserversorgung vor Frostperioden reduzieren dieses Risiko.
Braune oder vertrocknete Blätter nach einem strengen Winter bedeuten nicht zwangsläufig, dass die gesamte Pflanze abgestorben ist. Warte den Frühjahrsaustrieb ab und entferne beschädigte Triebe erst, wenn ihr Zustand eindeutig erkennbar ist.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen deutlich frostempfindlicher als im gewachsenen Gartenboden. Stelle das Gefäß an einen windgeschützten Platz und auf eine isolierende Unterlage aus Holz, Kork oder einem vergleichbaren Material.
Umwickle den Kübel mit Jute, Vlies oder einer geeigneten Kübelisolierung. Decke die Substratoberfläche zusätzlich mit Laub oder Reisig ab. Bei stärkerem Frost kann auch die Krone mit einem atmungsaktiven Vlies geschützt werden.
Kontrolliere die Bodenfeuchtigkeit regelmäßig und gieße an frostfreien Tagen. Sowohl vollständiges Austrocknen als auch Staunässe können die Pflanze während der Wintermonate schädigen.
Bei länger anhaltenden Temperaturen deutlich unter −10 °C ist für eine Kübelpflanze ein kühler, heller und frostfreier Überwinterungsplatz die sicherere Lösung.
Fazit
Der Portugiesische Kirschlorbeer ‘Angustifolia’ setzt als Hochstamm mit seiner dichten, immergrünen Krone, den schmalen dunkelgrünen Blättern und den purpurroten Trieben einen eleganten Akzent. Weiße Blütenrispen können das Erscheinungsbild im Frühsommer ergänzen.
Für eine gute Entwicklung benötigt er einen sonnigen bis halbschattigen Standort, einen durchlässigen Boden und während der Anwuchsphase eine regelmäßige Wasserversorgung. Durch Formschnitte lässt sich die Krone kompakt halten. Im Winter sind besonders junge Pflanzen und Kübelexemplare vor starkem Frost und austrocknendem Wind zu schützen.