Schwarze Zwerg-Maulbeere – Morus rotundiloba ‘Mojo Berry®’ (Mehrstämmig)
Wissenswertes über die Pflanze
Die Zwerg-Maulbeere ‘Mojo Berry®’ ist eine kompakt wachsende Maulbeersorte, die sich für kleinere Gärten und ausreichend große Pflanzkübel eignet. Ihr hell- bis frischgrünes Laub ist oval bis herzförmig. Die Pflanze entwickelt sich abhängig von Erziehung und Schnitt als großer Strauch oder kleiner Baum.
Der botanisch akzeptierte Sortenname lautet Morus ‘Matsunaga’. Im Handel wird die Pflanze außerdem als ‘Mojo Berry®’, BonBonBerry® oder ‘Charlotte Russe’ angeboten. Die häufig verwendete Bezeichnung Morus rotundiloba ‘Matsunaga’ gilt als Synonym. Trotz des deutschen Produktnamens „Schwarze Zwerg-Maulbeere“ handelt es sich nicht um die klassische Schwarze Maulbeere Morus nigra.
Die Sorte wurde vom japanischen Züchter Hajime Matsunaga entwickelt. Im Gegensatz zu stark wachsenden Maulbeerarten bleibt sie vergleichsweise kompakt. Die RHS nennt für ausgewachsene Pflanzen eine Höhe und Breite von ungefähr 1,5 bis 2,5 Metern. Die tatsächliche Größe hängt von Standort, Boden, Kübelvolumen und Schnitt ab.
Im späten Frühjahr oder frühen Sommer erscheinen kleine, grünliche und wenig auffällige Blüten. Eine Besonderheit der Sorte ist, dass sie sowohl an älteren als auch an jungen Trieben Früchte bilden kann. Deshalb ist eine Fruchtbildung bereits bei jüngeren Pflanzen möglich. Ein Ertrag unmittelbar nach dem Kauf oder im ersten Standjahr kann daraus jedoch nicht garantiert werden.
Die Früchte verändern ihre Farbe während der Reife von Hellgrün über Rosa und Rot bis zu Dunkelrot oder nahezu Schwarz. Vollständig ausgereifte Früchte können frisch verzehrt oder beispielsweise für Marmelade, Gelee, Kompott, Kuchen und Desserts verwendet werden.
‘Mojo Berry®’ kann über einen längeren Zeitraum nacheinander Früchte ausbilden. Anbieter nennen unter günstigen Bedingungen eine mögliche Erntezeit bis in den September. In Mitteleuropa beginnt die Reife häufig erst im Sommer. Der tatsächliche Zeitraum und die Erntemenge hängen von Wärme, Sonneneinstrahlung, Pflanzenalter, Wasserversorgung und Witterung ab.
Die Sorte wird als selbstfruchtbar angeboten. Für eine mögliche Fruchtbildung ist daher grundsätzlich keine zweite Maulbeere erforderlich. Auch bei einer selbstfruchtbaren Pflanze sind Blüte, Fruchtansatz und Ertrag jedoch von den Kulturbedingungen abhängig.
Pflegeanleitung
Einpflanzen im Beet
Nach der Ankunft solltest du deine Zwerg-Maulbeere zeitnah auspflanzen oder in einen geeigneten Kübel setzen. Bis dahin kontrollierst du den Wurzelballen regelmäßig und lässt ihn nicht vollständig austrocknen.
Wähle einen sonnigen, warmen und vor kaltem, trockenem Wind geschützten Standort. Ausreichend Sonne verbessert die Bedingungen für die Fruchtreife. An einem schattigen oder kühlen Platz können Wachstum, Fruchtansatz und Reife schwächer ausfallen.
Ist der Wurzelballen trocken, kannst du ihn vor dem Pflanzen so lange in Wasser stellen, bis keine größeren Luftblasen mehr aufsteigen. Ist die Erde bereits gleichmäßig feucht, genügt ein gründliches Angießen nach dem Einpflanzen.
Hebe ein Pflanzloch aus, das ungefähr doppelt so breit wie der Wurzelballen ist. Es sollte nicht unnötig tiefer sein. Lockere den Boden am Grund und an den Seiten, damit die Wurzeln in die angrenzende Erde hineinwachsen können.
Schwere und verdichtete Böden müssen großflächig durchlässiger gestaltet werden. Eine kleine Drainageschicht ausschließlich am Boden des Pflanzlochs verhindert keine Staunässe, wenn das Wasser aus der Umgebung nicht abfließen kann. Bei dauerhaft nassen Standorten sollte ein erhöhter Pflanzplatz oder eine fachgerechte Entwässerung vorgesehen werden.
Nimm die Pflanze vorsichtig aus dem Kulturtopf und ziehe dabei nicht an Stamm oder Trieben. Sind die äußeren Wurzeln stark verfilzt oder wachsen sie kreisförmig, kannst du sie vorsichtig mit den Fingern lockern. Sehr feste Wurzelballen lassen sich an wenigen Stellen leicht anritzen.
Setze die Maulbeere so ein, dass die Oberkante des Wurzelballens etwa mit der umgebenden Bodenoberfläche abschließt. Pflanze sie nicht tiefer ein, als sie zuvor im Topf gestanden hat.
Fülle das Pflanzloch mit Erde auf und drücke diese vorsichtig an. Anschließend wird langsam und gründlich angegossen. Halte den Boden während der Anwachsphase gleichmäßig feucht, ohne ihn dauerhaft zu vernässen.
Eine dünne Mulchschicht kann die Feuchtigkeit länger im Boden halten. Lasse unmittelbar um die Basis der Triebe einige Zentimeter frei.
Plane für die langfristige Entwicklung ausreichend Platz ein. Starre Abstände zu Mauern, Gebäuden oder anderen Gehölzen sind nicht allgemein übertragbar. Sie richten sich nach der erwarteten Endgröße, der gewünschten Wuchsform, den Bodenverhältnissen und den örtlichen Gegebenheiten.
Umtopfen
Topfe die Zwerg-Maulbeere um, wenn der vorhandene Kulturtopf stark durchwurzelt ist, Wasser kaum noch aufgenommen wird, die Erde sehr schnell austrocknet oder die Pflanze nicht mehr sicher steht.
Wähle einen neuen Kübel, der einige Zentimeter größer als das bisherige Gefäß ist. Ein deutlich überdimensionierter Topf kann dazu führen, dass die noch nicht durchwurzelte Erde lange feucht bleibt. Der Kübel muss ausreichend standfest sein und mehrere freie Abflussöffnungen besitzen.
Ist der Wurzelballen trocken, wässere ihn vor dem Umtopfen. Nimm die Pflanze anschließend vorsichtig aus dem alten Gefäß. Drücke einen Kunststofftopf bei Bedarf seitlich zusammen oder schneide ihn auf. Ziehe die Pflanze nicht kräftig an den Trieben heraus.
Lockere stark verfilzte Außenwurzeln vorsichtig. Lege bei Bedarf gewölbte Tonscherben über die Abflussöffnungen, damit sie nicht durch Substrat verschlossen werden. Eine mineralische Schicht kann den Wasserabfluss unterstützen, ersetzt aber weder ein durchlässiges Substrat noch freie Ablauflöcher.
Verwende eine strukturstabile, humose und gut durchlässige Kübelpflanzenerde. Mineralische Bestandteile wie Bims, Lavagranulat oder grober Sand können den Luft- und Wasserhaushalt verbessern.
Fülle etwas Substrat in den neuen Kübel und stelle die Pflanze probeweise hinein. Die Oberkante des Wurzelballens sollte auf der bisherigen Höhe bleiben. Zwischen Erdoberfläche und Topfrand sollte ein ausreichender Gießrand frei bleiben.
Fülle die Hohlräume mit Substrat und drücke die Erde vorsichtig an. Anschließend gießt du langsam und gründlich, bis Wasser aus den Abflussöffnungen läuft. Wasser im Untersetzer oder Übertopf muss entfernt werden.
Bei vorgedüngter Pflanzerde ist unmittelbar nach dem Umtopfen meist keine zusätzliche Düngung notwendig. Ob und wann erneut umgetopft werden muss, richtet sich nach Wachstum und Durchwurzelung und nicht ausschließlich nach einem festen Zeitintervall.
Pflegehinweise
Standort
Wähle einen sonnigen, warmen und geschützten Standort. Ein Platz vor einer südlich oder südwestlich ausgerichteten Hauswand kann die Fruchtreife unterstützen und die Pflanze vor kaltem Wind schützen.
Leichter Halbschatten wird möglicherweise toleriert, für eine möglichst gute Ausreife der Früchte ist volle Sonne jedoch günstiger. Die tatsächliche Süße und das Aroma werden außerdem von Reifegrad, Temperatur und Wasserversorgung beeinflusst.
Boden
Morus ‘Matsunaga’ bevorzugt einen humosen, fruchtbaren und gut durchlässigen Boden. Die Erde darf frisch bis mäßig feucht sein, sollte aber nicht dauerhaft vernässen.
Sehr schwere oder verdichtete Böden müssen vor dem Pflanzen großflächig verbessert werden. Im Kübel ist ein strukturstabiles Substrat wichtig, das Wasser speichert, ohne den Wurzelbereich dauerhaft nass zu halten.
Gießen
Gieße frisch gepflanzte und umgetopfte Exemplare regelmäßig und durchdringend. Die obere Erdschicht darf zwischen den Wassergaben leicht abtrocknen, der gesamte Wurzelballen sollte während der Anwachsphase jedoch nicht vollständig austrocknen.
Während warmer Perioden und der Fruchtentwicklung kann der Wasserbedarf steigen. Eine ungleichmäßige Versorgung kann zu Trockenstress und zum vorzeitigen Abwerfen von Früchten führen. Die Erde sollte dennoch nicht dauerhaft nass bleiben.
Kübelpflanzen trocknen schneller aus als ausgepflanzte Exemplare. Kontrolliere die Feuchtigkeit deshalb regelmäßig und entferne stehendes Wasser aus Untersetzern und Übertöpfen.
Da die Maulbeere im Herbst ihre Blätter verliert, verdunstet sie während der Winterruhe weniger Wasser. An längeren trockenen und frostfreien Perioden sollte der Wurzelballen trotzdem kontrolliert und bei Bedarf mäßig gegossen werden.
Düngung
Auf einem nährstoffreichen Gartenboden reicht im Frühjahr häufig eine maßvolle Gabe Kompost oder eines geeigneten Obstgehölz- beziehungsweise Langzeitdüngers. Eine zusätzliche Düngung ist nur bei entsprechendem Bedarf notwendig.
Im Kübel sind die Nährstoffvorräte begrenzt. Versorge die Pflanze während der Wachstumszeit nach Herstellerangabe mit einem geeigneten Obst-, Beeren- oder Universaldünger. Die Häufigkeit richtet sich nach dem verwendeten Produkt, der Topfgröße, dem Substrat und dem Wachstum.
Ab Spätsommer sollte keine stark stickstoffbetonte Düngung mehr erfolgen, damit junge Triebe vor dem Winter ausreifen können. Während der Winterruhe wird nicht gedüngt.
Rückschnitt
Aufgrund ihres kompakten Wuchses benötigt ‘Mojo Berry®’ keinen starken jährlichen Rückschnitt. Entferne abgestorbene, beschädigte oder ungünstig stehende Triebe und lichte die Krone nur bei Bedarf vorsichtig aus.
Maulbeeren können bei Schnittmaßnahmen während des starken Saftflusses deutlich bluten. Die RHS empfiehlt größere Schnitte deshalb im späten Herbst oder frühen Winter. Schneide möglichst an einem trockenen, frostfreien Tag und verwende sauberes, scharfes Werkzeug.
Da die Sorte an älteren und jungen Trieben Früchte bilden kann, bleibt eine Fruchtbildung nach einem moderaten Schnitt grundsätzlich möglich. Ein starker Rückschnitt entfernt jedoch vorhandenes Fruchtholz und kann die Erntemenge vorübergehend verringern.
Winterschutz
Der Züchter beziehungsweise Anbieter nennt für ‘Mojo Berry®’ eine Frostverträglichkeit bis ungefähr −10 °C. Die RHS ordnet Morus ‘Matsunaga’ der Winterhärteklasse H5 zu, die sich unter britischen Bedingungen ungefähr auf −15 bis −10 °C bezieht.
Diese Werte sind keine garantierten Schadensgrenzen. Pflanzenalter, Dauer des Frostes, Wind, Bodenfeuchtigkeit, vorherige Abhärtung und Kultur im Beet oder Kübel beeinflussen die tatsächliche Frostverträglichkeit. Für die praktische Planung sollte deshalb insbesondere bei jungen Pflanzen und in rauen Lagen vorsichtig mit der Temperaturangabe umgegangen werden.
Überwinterung
Überwinterung im Beet
Gut eingewachsene Exemplare können an einem geschützten Standort im Beet überwintern. Junge, frisch gepflanzte oder noch nicht vollständig eingewurzelte Pflanzen sollten während der ersten Winter zusätzlichen Schutz erhalten.
Bedecke den Wurzelbereich im Spätherbst locker mit Laub, Reisig oder Mulch. Halte die Basis der Triebe frei, damit sich dort keine dauerhafte Feuchtigkeit sammelt.
Bei angekündigten stärkeren oder länger anhaltenden Frösten kannst du die jungen Triebe locker mit einem atmungsaktiven Wintervlies schützen. Luftdichte Folie eignet sich dafür nicht.
Die Zwerg-Maulbeere ist sommergrün und verliert im Herbst ihre Blätter. Trotzdem sollte der Boden bei langen trockenen Perioden an frostfreien Tagen kontrolliert werden. Gieße nur mäßig und niemals in einen gefrorenen Wurzelballen.
Junge Austriebe können durch Spätfröste geschädigt werden. Entferne den Winterschutz im Frühjahr deshalb schrittweise und decke die Pflanze bei angekündigtem Spätfrost vorübergehend erneut ab.
Überwinterung im Kübel
Im Kübel ist der Wurzelballen stärker frostgefährdet, da er von den Seiten und von unten auskühlt. Stelle das Gefäß an einen wind- und regengeschützten Platz nahe einer Hauswand.
Platziere den Kübel auf Topffüßen, Holzleisten oder einer isolierenden Unterlage. Umwickle das Gefäß mit Jute, Kokosmatten oder Wintervlies. Die Abflussöffnungen müssen frei bleiben.
In Regionen mit regelmäßig starken oder lang anhaltenden Frösten ist eine kühle, frostgeschützte Überwinterung die sicherere Möglichkeit. Da die Pflanze ihr Laub verliert, benötigt sie während der Ruhephase weniger Licht als ein immergrünes Gehölz. Vollständig dunkel und warm sollte sie dennoch nicht stehen.
Kontrolliere den Wurzelballen auch im Winter und gieße sparsam, bevor er vollständig austrocknet. Staunässe muss vermieden werden. Während der Wintermonate wird nicht gedüngt.
Ernte und Verwendung der Früchte
Die Früchte reifen nicht alle gleichzeitig. Pflücke sie, wenn sie vollständig dunkel gefärbt sind und sich leicht vom Stiel lösen. Unreife Früchte sind fester und geschmacklich weniger ausgeprägt.
Die Reife kann sich unter geeigneten Bedingungen über mehrere Wochen erstrecken. Der häufig beworbene Zeitraum von Mai bis September stellt keine Garantie für jeden Standort dar. In Mitteleuropa ist abhängig von Klima und Witterung häufig mit einer später beginnenden Ernte zu rechnen.
Vollreife Maulbeeren sind weich und druckempfindlich. Sie sollten möglichst zeitnah verzehrt oder verarbeitet werden. Neben dem Frischverzehr eignen sie sich beispielsweise für Marmelade, Gelee, Kompott, Kuchen und Desserts.
Ernte nur eindeutig bestimmte, reife und unbeschädigte Früchte. Die Blätter und andere Pflanzenteile sind nicht Bestandteil der hier beschriebenen Verwendung.
Fazit
Morus ‘Matsunaga’ verbindet einen vergleichsweise kompakten Wuchs mit essbaren, dunkel ausreifenden Früchten. Mit einer erwartbaren Höhe und Breite von ungefähr 1,5 bis 2,5 Metern bleibt sie kleiner als viele klassische Maulbeerbäume und kann deshalb auch in einem ausreichend großen Kübel kultiviert werden.
Die Sorte kann bereits in jungen Jahren sowie an älteren und neuen Trieben Früchte bilden. Wann die erste Ernte erfolgt, wie lange sie dauert und wie hoch sie ausfällt, hängt jedoch von Standort, Pflanzenentwicklung und Witterung ab.
Für eine gute Entwicklung benötigt die Zwerg-Maulbeere einen sonnigen, geschützten Standort, einen fruchtbaren und gut durchlässigen Boden sowie eine bedarfsgerechte Wasserversorgung. Junge und im Kübel gehaltene Pflanzen benötigen während stärkerer Frostperioden zusätzlichen Schutz.